Mit peinlichen Aufdrucken gegen Plastiktüten

Dafür wird ein Supermarkt in Vancouver gerade gefeiert. Aber wäre eine andere Lösung nicht nachhaltiger?

Für die Rettung des Klimas bleibt immer weniger Zeit, der Kampf darum wird dementsprechend immer härter geführt. Ein wichtiger Feind dabei (neben CO2): Plastik. Sei es als Mikroplastik in den Ozeanen oder als Tüte im Supermarkt: Darauf könnten wir alle verzichten, so die einhellige Meinung – wobei umstritten ist, ob die Plastiktüte tatsächlich die größte Umweltsünde ist.

Dem Kampf gegen die Plastiktüte hat sich jetzt auch ein Supermarkt im kanadischen Vancouver angeschlossen und startete eine aus seiner Sicht sehr clevere PR-Aktion: Wer zukünftig im East West Market so eine Tüte mitnehmen möchte, kann das ruhig tun – muss dann aber damit leben, dass anstatt des Bio-Supermarktes ein ziemlich peinlicher Absender auf der Tüte steht. Von der Warzenbehandlung, über die Dickdarm-Pflege bis hin zum Porno-Shop ist auf den neuen Tüten alles dabei. So will der Supermarkt seine Kunden dazu bringen, auf die Tüte zu verzichten – oder beim kommenden Einkauf aus Scham gleich einen eigenen Beutel mitzubringen.

Für diese Idee gibt es im Netz natürlich sehr viel Lob. Auch, dass der Supermarkt die Tüten nicht gratis verteilt, sondern pro Stück fünf Cent kosten lässt, finden viele gut. Und natürlich sind das alles richtige Schritte auf dem Weg zum klimafreundlicheren Konsum. Eine andere Idee scheint sich aber auch beim East West Market noch nicht durchgesetzt zu haben: Gar keine Plastiktüten mehr zu verkaufen und die Leute so zu zwingen, ihre Beutel von zuhause mitzubringen. Denn egal ob aus Plastik, Papier oder Jute: So richtig nachhaltig wird jede Tüte erst, wenn sie mehrfach benutzt wird.  

chha

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