„Greta-Shaming“: Der neueste Umwelt-Trend im Büro

In Tel Aviv stellen Menschen Fotos einer vorwurfsvollen Greta Thunberg neben Einwegbecher und Plastikbesteck.

Wer nicht sowieso schon eine vorwurfsvolle Greta Thunberg vor Augen hat, sobald er nach einem Wegwerf-Kaffeebecher greift, dem könnte ein neuer Trend aus Tel Aviv helfen. In Büroküchen in Israel hängen Mitarbeiter Fotos einer grimmigen Greta in die Nähe von Plastikbesteck und Einwegbechern. Die Idee: Die Kollegen sollen bei dem Anblick von Gretas Konterfei ein schlechtes Gewissen bekommen und ihr Verhalten vielleicht noch einmal überdenken. „Greta-Shaming“ hat die Entdeckerin das neue Phänomen getauft.

Die Journalistin Allison Kaplan Sommer von der israelischen Tageszeitung

Haaretz hat diese Beobachtung in verschiedenen Unternehmen in Tel Aviv

gemacht und sie auf Twitter geteilt. Ein Greta-Foto mit der Aufschrift „Are

you sure?“ unter einem Pappbecher, die wütende 16-Jährige inmitten von

Einweg-Löffeln und Zuckerpäckchen, die einem geradezu „How dare you?“

zuruft oder ein so vorwurfsvoller Blick, dass man sich gar nicht erst traut,

das Plastikgeschirr anzufassen.

Ein Mitarbeiter des Unternehmens Wix hat Haaretz sogar bestätigt, dass

der Verbrauch von Papier und Plastik in den Büros drastisch

zurückgegangen sei, seit die Fotos aufgetaucht sind. Manche Mitarbeiter

haben als Reaktion auf die Fotos sogar das Einweg-Geschirr gegen Gläser

und Tassen ausgetauscht. Mysteriös an der Sache: Niemand weiß so

wirklich, wer die Greta-Fotos in den Küchen verteilt hat.

Aber das ist ja auch egal. Bisher gibt es den Trend wohl noch nicht über die

Grenzen von Israel hinaus. Aber wenn er Wirkung zeigt, könnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis eine wütende Greta auch bei uns am Tankdeckel, am Getränkeautomaten oder am Drucker klebt.

pfrie

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