Malaysia schickt 3000 Tonnen Müll zurück

Die 60 Container gehen zurück an ihre Absender im Westen.

Solche Container voll mit kontaminiertem Müll sollen von Malaysia zurück an ihre Absender gehen.

Bild: afp / Mohd Rafsan

Seitdem China 2018 die Einfuhr von Plastikmüll aus anderen Ländern verboten hat, gibt es nun ein riesiges, stinkendes, ekelerregendes Problem: Wohin mit den Containern voll verunreinigtem und teilweise kontaminiertem Müll, der größtenteils aus den Wohlstandsgesellschaften im Westen stammt? Leider heißt die Antwort häufig: in die Länder, die sich am wenigsten dagegen wehren können. Vor allem Entwicklungsländer müssen mit den Müllexporten aus dem Westen klarkommen. Häufig können Abfälle in diesen Ländern nicht richtig recycelt werden, bisweilen landen sie auf illegalen Mülldeponien, wo sie Umwelt und Menschen gleichermaßen schädigen.

Nun hat sich die malaysische Regierung erstmals gegen diese Praxis gewehrt und wird 60 Container mit nicht recycelbarem Plastikmüll und Elektroschrott wieder an den Absender zurückschicken. Der Müll stammt unter anderem aus den USA, Japan, Saudi-Arabien, Kanada und Frankreich. Diese Maßnahme verkündete die malaysische Umweltministerin Yeo Bee Yin bei einer Pressekonferenz. Damit will das Land vermeiden, zur inoffiziellen Müllhalde reicher Industriestaaten zu werden. Sie sagte: „Wir rufen die entwickelten Länder auf, ihre Plastikmüllentsorgung zu überprüfen und nicht mehr in Entwicklungsländer zu transportieren.“ Solche Praktiken seien unfair und unzivilisiert. So habe zum Beispiel ein britisches Recycling-Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren mehr als 50 000 Tonnen Plastikmüll nach Malaysia gebracht.

Genau diese Praktiken sollten eigentlich der Vergangenheit angehören. Anfang Mai haben sich in der sogenannten Basler Konvention mehr als 180 Ländern auf gemeinsame Regeln im Kampf gegen den Plastikmüll geeinigt. In diesem Abkommen vereinbarten 187 Regierungsvertreter, dass in Zukunft nur noch sortierter, gereinigter und wiederverwertbarer Plastikmüll gehandelt werden darf. Die Exportländer müssen genau angeben, welche Inhaltsstoffe der Müll aufweist – was durch die neue Konvention nun auch überprüft werden kann. Zudem verpflichten sich die exportierenden Länder dazu, die importierenden Staaten beim Recycling besser zu fördern. Und für den Abfall-Export muss eine Zustimmung der Behörden der Export- und der Importstaaten vorliegen. Mit dieser Konvention soll laut dem deutschen Entwicklungsminister Gerd Müller der „internationale Mülltourismus“ begrenzt werden.

In Deutschland fallen jedes Jahr in Industrie und Haushalten etwa sechs Millionen Tonnen Plastikmüll an. Davon wurden im vergangenen Jahr mehr als 100 000 Tonnen Plastikmüll nach Malaysia exportiert. Außerdem gab es weitere Ausfuhren nach Indonesien, Vietnam und Thailand.

chwae