Wir essen jede Woche eine Kreditkarte Mikroplastik

Das ist das Ergebnis einer neuen Studie.

Eine Kreditkarte pro Woche – da kommen im Jahr einige zusammen.

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Fünf Gramm Plastik, das klingt ja erst mal nach nicht so viel. Verbildlicht man diese fünf Gramm aber, sieht es schon ganz anders aus – sie entsprechen etwa einer Kreditkarte. Und diese Kreditkarte essen wir im Schnitt jede Woche.

Das schätzen zumindest Forschende der Universität Newcastle in Australien. Diese haben im Auftrag der Umweltstiftung WWF in einer Metastudie insgesamt 51 internationale Studien ausgewertet.

Die Untersuchung basiert auf Daten zu Mikroplastik, das sind Teilchen, die kleiner als fünf Millimeter sind. Wir nehmen es durch die Atemluft, durch Trinkwasser, aber auch zum Beispiel durch Salz, Bier und Schalentiere zu uns. In der Analyse ist nicht jedes Lebensmittel berücksichtigt, durch das wir Mikroplastik zu uns nehmen könnten. Das bedeutet: In Wirklichkeit essen und trinken wir wahrscheinlich noch mehr Plastik ­– das meiste nehmen wir übers Trinkwasser zu uns. Laut der Studie gibt es gerade da deutliche regionale Unterschiede. In den USA oder Indien wurde im Trinkwasser doppelt so viel Plastik nachgewiesen wie in Europa oder Indonesien.

Mikroplastik entsteht unter anderem beim Abrieb von Reifen oder Schuhsohlen, beim Verschleiß größerer Plastikteile oder beim Waschen von synthetischen Textilien. Sind die kleinen Teilchen einmal in der Umwelt, ist es technisch praktisch nicht möglich, sie wieder zu entfernen.

soas