Vor der Nusa Penida, einer kleinen Insel vor Bali, gibt es jetzt das erste Korallen-Graffito, wenn man es so nennen will: Auf einem Gitternetz unter Wasser haben sich zahlreiche Korallen niedergelassen – ein Zeichen gegen das weltweite Korallensterben. Hinter der Installation stecken die Graffiti-Gruppe 1 UP und verschiedene Organisationen wie Coral Guardian, Alpacasore und die PangeaSeed Foundation. Natürlich zeigt das mehrere Meter breite Graffiti ein 1 UP. Die Sprayergruppe aus Berlin ist seit 2003 international aktiv.

Die Aktivisten hoffen, so auf das weltweite Korallensterben aufmerksam zu machen und Touristen und Einheimische zu sensibilisieren. Etwa die Hälfte aller Korallenriffe hat die Welt in den vergangenen 30 Jahren schon verloren, und die Tendenz ist steigend. Schätzungen zufolge könnten bis zum Jahr 2050 etwa 90 Prozent aller Korallen weltweit sterben. 

Ein Korallenriff bietet vielen Meereslebewesen Schutz und Nahrung. Deswegen gilt das Absterben der Korallen vielen Wissenschaftlern als Warnsignal dafür, dass sich die Artenvielfalt in unseren Ozeanen in der zukunft stark verringern könnte.

Dass die Riffe absterben, liegt an unterschiedlichen Faktoren, die aber alle mit uns Menschen zu tun haben: Der Anstieg der Wassertemperaturen, Überfischung – denn dann gibt es keine Fische mehr, die die Algen auf den Korallen fressen, was wiederum Korallenlarven keine Chance lässt, sich anzusiedeln –, die Sonnencreme, die Touristen zum Baden, Schnorcheln und Tauchen auftragen. Mindestens zehn bis 15 Jahre braucht ein Riff, um sich wieder zu erholen, und das auch nur unter idealen Bedingungen.

1 UP ruft dazu auf, sich mit dem Thema zu beschäftigen und die mitwirkenden Organisationen zu unterstützen. Sonst könnte es bald wirklich erst mal zu spät sein.

soas

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