US-Bars laden zum Daydrinking für die Comey-Anhörung

Foto: Joshua Roberts - REUTERS; Illustration: Federico Delfrati

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Heute erscheint James Comey im Senat in der US-Hauptstadt Washington. Eigentlich aus einem sehr ernsten Grund: Der ehemalige Chef der Bundespolizei FBI soll über sein Verhältnis zu Donald Trump und seine Entlassung durch den Präsidenten aussagen. 

Doch wenn er bei seinem Termin um zehn Uhr morgens Ortszeit aussagt, ist das ein nationales Fernseh-Großereignis. Ein "Super Bowl of Washington", wie ihn einige Bar-Besitzer in Anlehnung an das Finalspiel im American Football getauft haben. Und wie sie sich für den Superbowl Specials ausdenken, um die Leute zum Public Viewing in ihre Bars zu locken, haben sie sich auch für heute etwas überlegt: Von San Francisco bis New York öffnen überall im Land Bars schon früh am Morgen. Damit die Amerikaner sich die Anhörung auf den vielen Bildschirmen anschauen können, wo sonst Sportereignisse laufen. Und damit sie dabei trinken. Denn betrunken lässt sich ihrer Meinung nach der mögliche Politskandal besser ertragen.

Sollte Trump sich äußern (was er ziemlich sicher tun wird), sorgt das im Washingtoner "Union Pub" für gute Laune. "Wir spendieren eine Runde Drinks aufs Haus, jedes Mal wenn Trump über Comey twittert", schreiben die Betreiber auf Facebook. Und: "Dieses Special gilt, bis die Anhörung vorbei ist – oder bis 16 Uhr, je nachdem, was früher passiert."

In Shaw's Tavern gibt es Wodka-Shots für fünf Dollar – und das "FBI-Sandwich", mit Fried Chicken Breast, Bacon und Iceburg Lettuce. Außerdem ein "FBI-Frühstück" mit French Toast, Bacon und Ice Cream, beides für je zehn Dollar. "Grab your friends, grab a drink and let's COVFEFE!", schreiben die Betreiber.

The Partisan in Washington hat extra für diesen Tag die Cocktails "The Last Word" und "Drop the Bomb" ins Angebot aufgenommen, jeweils für sechs Dollar. Im Axelrad in Houston gibt es einen Dollar Rabatt auf die politischen Drinks des Hauses: "Impeachmint" und "Bad Hombre". (Eine Anspielung auf Trumps rassistischen Äußerungen über mexikanische Einwanderer.)

An der Westküste muss man besonders früh aufstehen (und anfangen zu trinken), um die Anhörung live zu sehen. Deswegen öffnen die Bars in San Francisco schon um 6 Uhr morgens. Das Ace's zum Beispiel: 

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"Ob diese Anhörung gut für das Bar-Geschäft ist?", fragte ein Bartender im Ace's dem Portal SF Gate zufolge. Seine Antwort schob er gleich hinterher: "Egal was passiert, es ist gut für's Geschäft. Wenn es gut läuft, trinkt man. Wenn es schlecht läuft, trinkt man erst recht."

max

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