Das ist ... die erste somalisch-amerikanische Abgeordnete

Ilhan Omar stammt aus Somalia, trägt ein Kopftuch - und ist damit das genaue Gegenteil von dem, was Trump will.
Von Melanie Wolfmeier
Foto: AFP / Stephen Maturen

Das ist ...

... Ilhan Omar, eine somalisch-amerikanische, dreifache Mutter – die nun auch Abgeordnete des Staates Minnesotas ist. Am Dienstag wurde sie zum Mitglied des Repräsentantenhauses der USA gewählt. Diese Wahl findet alle zwei Jahre statt. Zusammen mit dem Senat bildet das Haus den Kongress und dieser wiederum ist für die Gesetzgebung verantwortlich. Womit auch Ilhan Omar ab sofort bei den neuen Gesetzen mitbestimmen darf. Trump dürfte dies nicht wirklich freuen – schließlich ist sie nicht nur eine Frau. Sie ist auch Muslima.

Die kann ... 

... nicht nur auf ihre Wahl und einige andere politische Erfolge stolz sein, sondern auch darauf, dass sie diverse Gerüchte unbeschadet überstanden hat. Während ihrer Kandidatur für das Repräsentantenhaus entdeckten konservative Medien, dass sie zwar mit Ahmed Hirsi, dem Vater ihrer Kinder, zusammenlebt, jedoch noch mit einem anderen Mann verheiratet ist. Dieser sei, so der Vorwurf, ihr Bruder. Durch eine Heirat hätte er eine Aufenhaltsgenehmigung bekommen. Omar behielt während dieser Zeit die Nerven und konnte die Spekulationen beseitigen, indem sie dieses Statement veröffentlichte. Sie erklärte ihre Situation so: Von 2002 bis 2008 sei sie mit Hirsi zusammen gewesen und hätte in der Zeit auch ihre Kinder bekommen. Dann aber hatten sie sich aufgrund einiger Probleme getrennt. "Ich begann eine Beziehung mit dem Briten Ahmed Nur Said Elmi und heiratete ihn 2009. Unsere Ehe endete 2011." Mittlerweile hätten Hirsi und sie wieder zusammengefunden – der Scheidungsprozess von dem britischen Ehemann dauere noch an. Mit ihrem Bruder hatte das Omar zufolge alles nichts zu tun. 

Die kommt ... 

... ursprünglich aus Somalia und ist erst in den USA gelandet, als sie zwölf war. Davor verbrachten sie und ihre Familie  vier Jahre in einem Flüchtlingscamp. Nachdem sie in ihrer neuen Heimat angekommen waren, war Omar enttäuscht vom Rassismus und der Intoleranz gegenüber Religionen. Der Huffington Post erzählte sie in einem Interview: "Amerika ist das Land der Freiheit und Gerechtigkeit für alle – aber wir müssen daran arbeiten."

Die geht ...

... nicht als einzige farbige Frau nach Washington. Neben ihr haben es Kamala Harris und Catherine Cortez Masto geschafft – allerdings als Senatorinnen. Harris ist indischer, Cortez Masto lateinamerikanischer Abstammung.

Wir lernen daraus, ... 

... dass nicht immer alles schlecht ist. Dass es tatsächlich Licht gibt, wo Schatten ist. Und man auf keinen Fall aufgeben sollte, selbst dann nicht, wenn ein Donald Trump Präsident wird.

Nur Google weiß, dass ...

... Omar auch "Women Organizing Women" leitet, ein Netzwerk, das Frauen aus Afrika dazu ermutigt und ihnen dabei hilft, Führungspositionen in ihren Gemeinden zu übernehmen.

Weitere Infos über die Wahl findet ihr hier: 

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