Spiegeleier sehen hübscher aus, wenn man sie von unten würzt...

Collage: Daniela Rudolf

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Sonntag

  • Ostern ist neben Weihnachten die einzige Zeit, in der Schokolade hohl ist.
  • Egal wie oft man den Entschluss fasst, sich endlich zu merken, wo im Drogeriemarkt das Shampoo steht: Man sucht jedes Mal wieder.
  • Spiegeleier sehen hübscher aus, wenn man sie von unten würzt. Erst Salz und Pfeffer in die Pfanne, dann das Ei drauf.
  • Dass man auf die 30 zugeht, merkt man, wenn an einem Sonntag plötzlich dieser Gedanke aufploppt: Spazierengehen wäre jetzt nett.

Samstag 

  • Wenn man zehn Minuten vor dem Eierregal kontempliert, ob man die braunen Eier von leidlich glücklichen Hühnern nehmen soll oder die weißen aus der Legebatterie, dann weiß man: Ostern naht.
  • Es gibt ein Foto, das den jungen Studenten Donald Trump zusammen mit Martin Heidegger zeigt. Es gibt weniges im Netz, das verwirrender wäre. 
  • Wenn man zu viel Zeit im Netz verbringt, glaubt man am Ende, „Miniatur-Kochen“ und ”sich freche Sprüche für Anstecknadeln ausdenken“ seien ernstzunehmende Karriere-Optionen.
  • Ein nicht unerheblicher Teil der Beziehungsarbeit liegt darin, den anderen subtil davon zu überzeugen, dass seine familiär gewachsenen Feiertags-Traditionen den eigenen in jederlei Hinsicht unterlegen sind.
  • Stadtbüchereien sind sehr viel besser als ihr lahmer Ruf.

Freitag

  • Wie gut oder schlecht man seinen eigenen Körper koordinieren kann, merkt man immer dann, wenn man mit viel Gepäck auf eine fahrende Rolltreppe steigen muss.
  • Wenig tut mehr weh, als Riesenhunger zu haben und sich dann vor lauter Gier bereits nach einer halben Portion satt zu fühlen.
  • Gute Männer backen Pancakes.
  • Manchen Menschen wird ihre Glaubwürdigkeit allein durch ihre Stimme versaut.

Donnerstag

  • Will man sich mit einem Kumpel aus einem anderen Berliner Kiez auf ein Feierabendbier treffen, gleicht die Verhandlung über den Treffpunkt einem diplomatischen Drahtseilakt.
  • Wenn die Frau am Nebentisch von "schnuckeligen Cafés" in deinem Viertel erzählt, ist es Zeit umzuziehen.
  • Nagelstudios und Wettbüros entziehen sich vollständig dem Prinzip von Angebot und Nachfrage.
  • Wenn man derzeit Menschen in Stuttgart fragt, wie man denn zu Fuß zum Bahnhof kommt, müssen sie erstmal lachen.
  • Niemals ist es so schön, einem Klischee zu entsprechen, wie wenn man nägellackierend bei Blätterteighäppchen und einem Glas Rosé über die Teilnehmerinnen von Germany's Next Topmodel herzieht. 

Mittwoch

  • Väter vergessen häufig den Geburtstag ihrer Kinder. Mütter nie.
  • Es gibt eine Neuauflage der Vogelhochzeit von Rolf Zuckowski. Nun können zahlreiche neue Kinder traumatisiert werden!
  • Wenn man zu jemand Fremdem "Entschuldigung" sagt, um um etwas zu bitten, schafft man es fast nie, dass das Wort so freundlich rauskommt, wie man sich das vorgestellt hat.
  • Man vergisst immer den großen Vorteil von Lasagne gegenüber Cannelloni bis man wieder in der Küche steht und versucht, Dinge mit einem viel zu großen Löffel in diese kleinen Rollen zu stopfen.

Dienstag

  • Der größte Liebesbeweis ist, den anderen nicht zu wecken, wenn man nachts nicht schlafen kann.
  • Der einzige Grund, sich jetzt schon auf das Ende des Sommers zu freuen, ist, dass im Oktober die neue Staffel "Stranger Things" rauskommt.
  • Wenn man versucht, es allen Recht zu machen, macht man es am Ende niemandem Recht. Am wenigstens sich selbst.
  • Als Kind ist man immer so lange fasziniert von "fleischfressenden Pflanzen", bis man sie sieht und versteht, dass sie gar keine Steaks essen.
  • Überhört im Zug: Ein Mann erklärt seinem Kollegen am Telefon, dass er „doch bitte fix eine Quotenschwarze“ ins Bild fotoshoppen solle, der Kunde verlange das so. Da merkt man mal wieder, dass all die Diversity-Bemühungen einfach doch ihre Berechtigung haben. 

Montag

  • Richtige Nachhaltigkeits-Nerds trinken ihren Coffee-to-go jetzt aus Marmeladengläsern.
  • Als Frau im Zug einen Mann zu fragen, ob er einem den Koffer in die Gepäckablage hieven kann, fühlt sich doch immer wie ein Eingeständnis an, dass es nie wahre Gleichberechtigung geben kann.
  • Ein PDF ist wie eine digitale Version von einem laminierten Dokument.
  • Jeder Mensch hat einen immer gleichen Satz, mit dem er am Telefon seinen Nachnamen erklärt. Außer Menschen mit osteuropäischen Wurzeln. Die müssen ihn altmodisch buchstabieren.
  • Es ist schön, wenn Äpfel saftig sind. Außer, man isst sie im Zug.

Das haben wir in den Wochen davor verstanden:

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