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Alkohol trinkende Frauen werden als sexuell verfügbar wahrgenommen

Frauen, die Alkohol trinken, werden von außen eher als „sexuell verfügbar“ wahrgenommen, so das Ergebnis einer Studie.
Foto: Michael Discenza/Unsplash

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Frauen, die in der Öffentlichkeit Alkohol trinken, werden anders wahrgenommen als trinkende Männer, und zwar im negativen Sinne. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Forscher*innen des Worcester Polytechnic Institute, der University of Nebraska und der Iowa State University.

Insgesamt 398 Teilnehmer*innen wurden Fotos und manipulierte Social-Media-Beiträge vorgelegt. Auf diesen waren junge Frauen und Männer zu sehen, die an einer Bar lehnen – entweder mit einer Flasche Wasser oder aber einer Flasche Bier in der Hand.

Das Ergebnis: Frauen, die in der Öffentlichkeit Alkohol trinken, wurden von den Teilnehmer*innen komplett anders wahrgenommen als Männer – und zwar von beiden Geschlechtern. Konkret wurden die Frauen mit Alkohol nämlich als „sexuell verfügbar“ bewertet und auch als „weniger menschlich“ als eine Frau, die Apfelschorle oder Wasser trinkt. „Sexuell verfügbar“ waren dabei per Studien-Definition alle Frauen, die entweder Single sind oder offen dafür, unverbindlichen Sex zu haben. „Weniger menschlich“ bedeutete in diesem Fall: mechanisch, kalt, weniger klug, oberflächlich, unmoralisch. Bei der Wahrnehmung der Männern hingegen war es den Befragten völlig egal, ob sie Bier oder Wasser trinken.

Allein das ist ja schon schlimm genug. Noch schlimmer ist allerdings ein weiteres Ergebnis der Studie: Wenn sich eine Frau in einer gefährlichen oder unangenehmen Situation befindet, sind Menschen weniger gewillt, ihr zu helfen, wenn sie Alkohol getrunken hat. Die Befragten meinten: Vielleicht mag diese Frau ja das Risiko oder sie findet es gut, von jemandem angefasst oder bedrängt zu werden. „Das ist extrem schockierend“, sagt die Studienautorin und Psychologin Jeanine Skorinko gegenüber der New York Times. „Frauen, die einfach nur ein Bier in der Hand halten, werden als sexuell verfügbar wahrgenommen. Bei Männern ist das nicht so.“

Da Frauen sich das Trinken in der Öffentlichkeit ganz sicher nicht abgewöhnen werden, sollten wir also vielleicht mehr über unsere Wahrnehmung und Beurteilung anderer Menschen nachdenken – egal, ob Frau oder Mann.

soas

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