Diese Twitter-Challenge zeigt, wie sehr sich das Leben ändern kann

Und nicht immer geht alles schief – manche haben auch echte Erfolge zu feiern.
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Foto: Adobe Stock; Bearbeitung: jetzt

Wer in der Grundschule Aufsätze schreiben musste, kennt die Erzählmaus: kurze Einleitung, Spannungssteigerung im Hauptteil, und dann nach dem Höhepunkt zackig zum Ende kommen. Diese herkömmliche Art eine Geschichte zu erzählen wurde bei einer Challenge, die vergangene Woche Twitter viral ging, einfach ignoriert. Stattdessen erzählten die Menschen ihre Storys mithilfe von nur zwei kurzen Sätzen und Bildern: „How it’s started“ und „How it’s going“ – das gute alte Vorher-Nachher-Prinzip.

Besonders beeindruckend waren einige Tweets von People of Color (PoC) und Schwarzen, die auf Twitter ihren sozialen Aufstieg durch die Challenge zelebrierten; etwa Desmond T. Jumbam. Er teilte das Bild eines heruntergekommenen Hauses, in dem er früher offenbar gelebt hatte, mit dem Satz: „How it started“. Und wie läuft es heute bei ihm? Dazu teilte er das Foto seines Studierendenausweises der amerikanischen Elite-Uni Harvard. 

Der „How it’s going“-Trend dürfte den meisten gelegen kommen – schließlich häufen sich zur Zeiten der Pandemie nicht gerade die guten Nachrichten. Einige der Tweets sind nicht nur herzerwärmend, sondern auch ganz lustig, etwa der von dem US-Rapper Lil Nas X, der so seinen neu erworbenen Erfolg als Musiker feierte. 2018 hatte der heute 21-Jährige, der damals noch eine Art Influencer war, nämlich auf Twitter gefragt, warum er noch nicht reich und berühmt sei, obwohl er jetzt schon „seit vier Wochen“ rappe: „😡.“ Davon postete er einen Screenshot, dazu ein Bild seiner Singles und des Albums, die dieses Jahr den Platin-Status erreicht haben. Auch andere Prominente zeigten, wie weit sie es geschafft hatten, etwa die Ausnahme-Athletin Simone Biles.

Auch wenn es an und für sich keine Leistung ist, eine*n Partner*in zu finden, sondern im Normalfall stumpfes Glück, werden auch Romanzen in der Kurzform geteilt. 

Dass nicht alle Beziehungen auf Twitter mit einem Happy End besiegelt werden, kann ein bisschen froh machen. Und wenn auch nur schadenfroh. Dabei, wenn man ehrlich ist: Lieber keine*n Partner*in, als jemanden, mit dem unglücklich ist.

Längst nicht jede Beziehung, die man im Leben führt, ist Hochzeitsmaterial. Manchmal sind es auch gerade die besonderen Freundschaften, die einen länger begleiten. Wie die von Jamal Hinton und Wanda Dench: Nachdem sich Großmutter Wanda 2016 vertippt hatte, und ihre Thanksgiving-Einladung ausversehen an Jamal Hinton verschickt hatte, lud sie ihn trotzdem zu sich ein – und er kam. Seit vier Jahren feiern die beiden nun schon Thanksgiving zusammen mit ihren Familien. Fast zwei Millionen Menschen haben die Kurzfassung davon auf Twitter mit einem Herz versehen.

Twitter wäre aber nicht Twitter, wenn diese Challenge nicht auch von verschiedenen Seiten genutzt worden wäre, um über politische Inhalte zu informieren. So zeigt die Klima-Aktivistin Greta Thunberg den massiven Anstieg von Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre, und der syrische Geflüchtete und Filmemacher Hassan Akkad zeigt ein Bild von seiner eigenen Flucht, zusammen mit einem Foto aus dem Film, für den er einen Emmy verliehen bekommen hat. 

Natürlich sind all die Zwei-Bild-Geschichten so stark verkürzt, wie es nur geht, und damit auch ein klein wenig rätselhaft: Wie haben es diese Menschen von Punkt A zu Punkt B geschafft? Vermutlich ist das aber auch genau der Zauber dieser Challenge: Hier dürfen die Menschen ihre Leistungen einfach mal feiern – ohne extra erzählen zu müssen, wie schwer der Aufstieg für sie war.

mpu

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