„Deutsche Dings“ ist der Meme-Account, den unser Land verdient

Hier erzählen die Betreiber über den Erfolg einer Idee, die eigentlich nicht ihre war.

Screenshots: Instagram/deutschedings

Wir Deutschen sind für vieles weltberühmt: unsere Autos, unsere Effizienz und Pünktlichkeit etwa. Und natürlich für unseren Humor, beziehungsweise die Abwesenheit desselben, über die sich der Rest der Welt bekanntlich gerne lustig macht. Unter anderem dieses Vorurteil führt dazu, dass wir einen massiven Minderwertigkeitskomplex anderen Nationen gegenüber durch die Gegend schleppen und Deutschsein per se erst einmal extrem ungeil finden. Ein Reflex, der diese seltsame Nation geradezu sympathisch macht.

Seit Monaten geistert nun ein Meme durch die sozialen Medien, das genau diesen  Minderwertigkeitskomplex wunderbar durchexerziert: Deutsche Dings zeigt all die alternativen Handlungen, Produkte und Persönlichkeiten der Deutschen für – meist amerikanische – Originale. Und was soll man sagen: Deutschland kommt einfach verdammt gut weg. Zunächst war Twitter die größte Spielwiese für das Meme, seit einigen Wochen gibt es einen Instagram-Account, der die besten Beispiele für die deutschen Ersatzhandlungen sammelt. 

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Danke @lndfrs für deinen Beitrag! ✌🏻

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It‘s a match.

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Die Betreiber des Instagram-Accounts @deutschedings, die beide anonym bleiben wollen, haben mit uns über ihren Erfolg gesprochen – und über die Vorwürfe mancher Twitter-Menschen, die ihnen gemeinen geistigen Diebstahl vorwerfen. 

jetzt: Gerade sieht man eure Beiträge überall, ihr habt schon mit verschiedensten Medien gesprochen. Dabei gibt es den Account erst seit zwei Wochen. Macht das Druck, noch mal besonders lustig zu sein? 

@deutschedings: Wir sind sehr überrascht vom Erfolg, aber Druck macht das nicht. Klar, die ersten Tage war es völlig verrückt und wir waren auch kurzzeitig komplett überfordert damit, dass wir von heute auf morgen gar nicht mehr hinterher kamen mit den Nachrichten. Mittlerweile haben wir uns da aber entspannt. Es ist eben eine Meme-Seite. Wir freuen uns einfach über die ganze positive Resonanz und nutzen sie als Rückenwind, um mehr zu liefern. Die ganzen Einsendungen sind dabei eine große Hilfe – auch wenn wir es mittlerweile einfach zeitlich nicht mehr schaffen, jedem zu antworten.

Manche behaupten, das Konzept sei abgekupftert von einigen Twitter-Threads – ist da was dran? 

Wir sind tatsächlich überrascht davon, wie viele Leute denken, die Formel „x = deutsche y“ sei unsere Idee gewesen. Wir haben das ganz am Anfang schon gesagt: Den ganzen Account gibt es überhaupt nur, weil wir das Twitter-Meme so lustig fanden und in unserem Alltag benutzt haben. Es ist jetzt auch kein hochkomplexes Konzept, aber dass Menschen bei Memes überhaupt den Vorwurf erheben, jemand hätte etwas irgendwo abgekupfert, ist für uns völlig absurd – schließlich besteht das komplette Konzept „Meme“ in der Reproduktion eines Grundkonzepts. Alles, was wir gemacht haben, ist, das auf einer anderen Plattform zu reproduzieren.

Wie erklärt ihr euch die Freude der Deutschen an so typisch-deutschen Dingen? Warum lacht man gerne darüber?

Diese Memes sind Witze ohne Buhmann. Es geht ja nicht darum, über andere zu lachen, sondern vielmehr über sich selbst. Man muss die deutsche Kultur schon relativ ausgiebig erlebt haben, um viele der Analogien überhaupt zu verstehen. Das macht sie sehr „relatable“ für Deutsche, die über ihre eigenen Kuriositäten lachen können. Dieses Vine fasst den Effekt eigentlich ganz gut zusammen:

Hahaha I do that Vine.

Für wie deutsch haltet ihr euch?

Der einzige stereotyp deutsche Wesenszug, den wir beide haben, ist Pünktlichkeit. Ansonsten sind wir ein verrückter, „kosmoproletischer“ Mix.

lath/chwae

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