Warum du dich nie mit einem weißen Papier fotografieren lassen solltest

Das machen gerade Trump-Unterstützer vor der Chinesischen Mauer deutlich.

Trump-Unterstützer haben es nicht immer leicht im Leben. Da fährt man nach China, klettert in seiner besten Sportklamotte die Große Mauer dort hoch, erfreut sich auf Social Media an der zeitlosen Kraft und Stärke des Weltwunders – und schon wird man zum Gespött der Internet-Community. So ging es einem Paar mittleren Alters, das das Weltwunder offenbar für ihre eigene politische Botschaft nutzen wollte – sich dabei aber nicht besonders schlau anstellte: Frau und Mann hielten nämlich jeweils ein weißes Blatt Papier hoch, beschrieben mit der Botschaft: „Walls Work“.

Damit spielen die beiden Menschen im Bild vermutlich auf das Vorhaben des US-Präsidenten an, eine Mauer an die Grenze von Mexiko zu bauen. Ganz abgesehen davon, dass es historisch zumindest fragwürdig ist, wie gut die Chinesische Mauer tatsächlich Feinde des Reiches abgehalten hat (man frage nur mal Dschingis Khan), ist eine derart plumpe Analogie zu Trumps großen Bauvorhaben aber vor allem eine Einladung für alle Twitter-Trolle.

Das Bild erreichte dann auch tatsächlich einen Haufen Menschen. Allerdings machte die Botschaft vorher noch die eine oder andere Metamorphose durch:

Die neuen Sprüche waren vermutlich gar nicht im Sinne der Menschen auf dem Foto und natürlich Fake. Vielleicht lag es an dieser hilfreichen Vorlage, die von einer Twitter-Userin gebastelt wurde, dass sich das Meme schnell mit neuen Botschaften verselbstständigen konnte.

Andere User haben auf Photoshop wohl schon Level zwei erreicht und waren sich zu gut für die Vorlage – und machten einfach ihr eigenes Ding daraus.

Gerade lässt sich nicht mehr zurückverfolgen, wer das Original-Bild wann genau hochgeladen hat und wer die Menschen im Bild sind. Fest steht nur: Mit diesem Bild haben Menschen ein weiteres Mal bewiesen, wie gefährlich es ist, ein Foto von sich ins Netz zu stellen – insbesondere, wenn man ein weißes Blatt Papier in der Hand hält.

Eine Lektion, die schon einige Prominente, vor allem aber politische Persönlichkeiten lernen mussten. Ein weiteres Beispiel ist etwa die Wahlkampfmanagerin von Donald Trump, Kellyanne Conway. Im Jahr 2017 war sie mit diesen Papieren auf Fox News zu sehen:

Auch hier ließen sich die Menschen nicht lange bitten und stürzten sich in die Bildbearbeitung, wie Hunde auf ihre frischgefüllten Fressnapfe.

Das bekannteste Opfer der Weißen-Papier-Challenge ist aber der Präsident der Vereinigten Staaten höchstpersönlich – für seine Fotos mit weißen Papieren wurde sogar ein eigener Twitter-Account geschaffen: „Trump Draws“. Bis heute kann man sich so von Trump eine Executive Order unterschreiben lassen. Und da kann drinstehen, was immer man will.

mpu

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