„Jeff Bezos ist zurückgetreten, um Superman Vollzeit zu bekämpfen“

Jeff Bezos will nicht länger CEO von Amazon sein. Auf Twitter verbreiten sich Theorien, wie es für den Milliardär weitergehen könnte.
buzz jeff bezos twitter cover

Bezos verabschiedet sich als Amazon-CEO, und auf Twitter gibt es dafür, wie sollte es sonst sein, vor allem Häme.

Foto: Michael Nelson/EPA/dpa

Sind die guten Zeiten für Jeff Bezos vorbei? Gerade erst wurde der Amazon-Chef von Elon Musk von Platz eins der Liste der reichsten Menschen der Welt vertrieben – sein Vermögen wird dabei aber immer noch auf 182 Milliarden Dollar beziffert. Einen Monat später will Bezos nach 27 Jahren auf einmal nicht mehr Amazon-Chef sein: Zum dritten Quartal (Business-Sprech für „ab Juli“), wird der 57-Jährige den Posten räumen. Das kündigte Bezos am Dienstag an. In einem offenen Brief an seine Angestellten begründete er den Schritt damit, sich mehr auf neue Projekte und Initiativen konzentrieren zu wollen. Folgen soll ihm Andy Jassy, momentan Leiter des Cloud-Geschäfts im Amazon-Konzern. 

Bezos wird das Unternehmen aber nicht ganz verlassen. Zum einen besitzt er es. Zum anderen kündigte er an, sich weiterhin selbst anzustellen, als geschäftsführender Vorsitzender des Verwaltungsrats. Die Position ist dem Vorstand übergeordnet, Bezos ist also alles andere als im Ruhestand. Liest man die Twitter-Kommentare zu Bezos Rückzug, hat man trotzdem das Gefühl, dass hier eine Ära endet: So viel Häme über einen Abschied gab es wohl seit der Abwahl Donald Trumps nicht mehr. 

Einige Twitter-User*innen machten sich etwa Gedanken, was Bezos nun mit der vielen neugewonnen Zeit anstellen werde. Neue Projekte? Das kann ja alles heißen! In einer nicht-repräsentativen Twitter-Bubble ist man sich aber einig, Bezos könne nun endlich seiner wahren Berufung nachgehen: Superbösewicht. Ein Comedian kommentierte mit seinem Account „MasterTainment“: „Jeff Bezos ist zurückgetreten, um Superman Vollzeit zu bekämpfen.“ Ein weiterer Twitter-User schlug auch gleich den Titel zum dazupassenden Film vor: „Man bestellt nicht nur zweimal“ – wohl eine Anspielung auf den Bond-Film „Man lebt nur zweimal“.

Wobei – muss es immer gleich extrem sein? Warum nicht ein kleines nettes Projekt, einen Streichelzoo vielleicht? Und nur um eine Prise Aufregung dazu zu mischen: Die Tiere könnten dann ja lebensgefährliche Saurier sein. Ist aber nur ein Vorschlag. 

Und auch einige andere, wenig ernst gemeinte Spekulationen zu Jeff Bezos' künftigem Verbleib wurden via Twitter mit der Welt geteilt. Darunter: Bezos werde sich bestimmt mumifizieren lassen oder aber sich endlich auf seinen Durchbruch bei der neuen Social-Media-Plattform  Clubhouse vorzubereiten. Eine Twitter-Userin lobte den Noch-CEO aber auch. Es brauche angesichts der wirtschaftlichen Lage Mut, sich gerade jetzt auf Jobsuche zu begeben.

Viele fragten sich auch, ob das nun überhaupt schon fix ist, dass Andy Jassy den CEO-Job bekommt? Sonst würden ja vielleicht noch einige andere Menschen ihre Bewerbungsunterlagen zusammenklauben.

Das Magazin Stern schrieb, dass Amazon nun seinen Steve-Jobs-Moment erlebe. Und es stimmt: Man muss sich ja nicht nur um Bezos sorgen, sondern auch um das „symphatische Familienunternehmen“ Amazon. Wird der Betrieb diesen Fast-Verlust seines Gründers überleben?

Die Häme gegenüber Amazon und vor allem Bezos erklärt sich wohl vor allem so: Dem Konzern wird vorgeworfen, mit seiner großen Marktmacht und seinen Niedrigpreisen den Einzelhandel zu zerstören. Auch wegen der Arbeitsbedingungen, etwa niedrigem Lohn oder seltsamen Pausenregelungen gibt es häufig Kritik an Amazon. Bezos ist als Gründer und jahrelanger Kopf des Unternehmens durch diese Unternehmenspolitik extrem reich geworden.

mpu

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