Im Mittelalter waren Elefanten trauriger als heute

Das legt zumindest ein sehr süßer Thread auf Twitter nahe.

Elefanten sind groß, sensibel und sehen immer freundlich aus. Sie haben das beste soziale Netzwerk aller Säugetiere und ein enormes Langzeitgedächtnis. Kurz: Sie sind toll. Und ein Thread auf Twitter zeigt: Früher waren sie (vielleicht gerade wegen all dieser Fähigkeiten?) sehr traurig und beunruhigt – zumindest dachten das wohl die Menschen im Mittelalter. Das legen die Bilder nahe, die der Historiker Erik Wade von der Universität Bonn ausgegraben und auf Twitter geteilt hat.

Die wenigsten Europäer*innen hatten im Mittelalter wohl schon einen Elefanten gesehen. Aber man hatte ja so seine Quellen, und den Rest erledigte die Phantasie. Dieser Elefant zum Beispiel ähnelt eher einer Mischung aus Hund und Rüsseltier. Und, das steht fest: Er sieht höchst besorgt aus. Vielleicht hat er Angst vor dem Drachen, der sich da vor ihm erhebt – oder trauert wirklich. Denn laut Informationen der Tierschutzorganisation Peta erleiden Elefanten ernste psychische Probleme, wenn sie miterleben müssen, wie Familienmitglieder und Leittiere getötet werden.

Drachen haben in der Vorstellung der Menschen im Mittelalter Elefanten gefressen, schreibt Erik Wade. Kein Wunder also, dass die Tiere auf den Bildern mit ihnen eher besorgt wirken.

Auch als Lastentiere wurden Elefanten damals schon verwendet. Und, auch das legen diese Zeichnungen nahe, das hat sie wohl nicht direkt begeistert.

Aber auch ganz alleine und unbeladen sehen die Elefanten auf diesen mittelalterlichen Schriften so aus, als ob sie allen Schmerz der Welt auf ihren breiten Schultern tragen müssten.

Eines zeigen die Bilder auf jeden Fall: Man stellt sich das, was man nicht kennt, meistens ein bisschen deprimierender und schlimmer vor, als es dann tatsächlich ist. Und das wäre ja auch eine gute Nachricht.

soas