UPS will Kinderbriefe an den Nordpol schreddern

Das schrieb der Paketzusteller auf Twitter – bis das Netz deshalb zu toben anfing.

Foto: Screenshot Twitter / Robert Galbraith / Reuters

Es ist die schönste Zeit im Jahr für Weihnachtsliebhaber. Gerüche ziehen durch die Straßen, Menschen treffen sich am Wochenende um gemeinsam die Vorweihnachtszeit zu verbringen und überall sieht man leuchtende Kinderaugen. Wenn es um das Thema „Weihnachtsmann und Geschenke“ geht, können die Kleinen ganz brav werden und sich Stunden in eine Schlange stellen, um ein Foto mit Santa zu machen. Nicht umsonst spielen Millionen Erwachsene auf der Welt das Weihnachtsmann-Spiel mit und freuen sich mit ihren Kindern, über diese Zeit der Geheimnistuerei und der Vorfreude.

Der weltweit tätige Paketezusteller UPS scheint für diese Kinder keine großartigen weihnachtlichen Gefühle zu hegen. Das wurde deutlich als sie am Sonntagnachmittag einen Tweet posteten. Was ursprünglich als Witz gemeint sein sollte, erntete eine heftige Gegenreaktion von Usern aus dem Netz. Was ist passiert?

UPS verspricht seinen Kunden also, alle Wunschzettel und Briefe an den Weihnachtsmann auch an den Nordpol zu versenden ... äh zu schreddern.

Twitter-User sind sich fast einig: Wer auch immer für diesen herzlosen Tweet verantwortlich war, könnte dringend eine große Dosis Weihnachtsstimmung vertragen. Diese Person sollte sich auf jeden Fall nicht mit Weihnachten oder mit Kindern, die Briefe an den Weihnachtsmann schreiben, beschäftigen. Und weil den meisten Menschen nur zwei Wesen einfallen, die in der Lage wären, einen solchen Tweet völlig ernst gemeint abzusetzen, folgen sogleich zahlreiche Vergleiche mit dem Grinch und Ebenezer Scrooge, dem Griesgram aus Dickens’ „Eine Weihnachtsgeschichte“.

Viele wundern sich, was genau im Leben des Verfassers des Tweets falsch läuft und beginnen zu spekulieren. Andere können sogar Parallelen zu ihrem eigenen Arbeitsleben erkennen oder richten weitere Bitten an den Paketzusteller.

Leider schien der Ersteller des Tweets mit den ersten Reaktionen etwas überfordert zu sein und antwortete standardmäßig mit einer Floskel aus der Kundenberatung, anstelle die Dringlichkeit einer Erklärung sofort zu verstehen.

Letztendlich wurde der Tweet bereits fast 5000 Mal geteilt und mehr als 15.000 Mal gelikt, bevor UPS ihn Montag Nachmittag wieder von der Seite nahm. Eine UPS-Sprecherin, Tracy Spahr, betonte im Gespräch mit der amerikanischen Zeitung und Website „The Hill“, dass nicht beabsichtigt war, das Weihnachtsfest in ein schlechtes Licht zu rücken.

Ganz im Gegenteil sei UPS darauf konzentriert, sich auf Twitter lustig zu zeigen und dadurch Aufmerksamkeit zu erzeugen. Insofern war auch der Tweet als Witz gedacht, wurde jedoch aufgrund der negativen Reaktionen der Community wieder gelöscht. Doch in der Zwischenzeit konnten viele Menschen auf den Original-Post reagieren und ihren Unmut und ihre zerstörte Weihnachtsvorfreude durch GIFs und Memes unterstreichen.

Aus der anderen Ecke regt sich jedoch auch Verständnis für den unterhaltsam gemeinten Tweet.

Dank des Internets verschwinden solche Dinge nie vollständig und so wird der Tweet munter weiter verbreitet.

kael

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