„Ich denke, das zählt ab diesem Punkt als Archäologie“

Kanadier*innen zeigen, wie man das Beste aus einem gewaltigen Schneesturm macht.

Am vergangenen Wochenende wütete ein Blizzard in Kanada, vor allem die Insel Neufundland hat es schwer getroffen: Eiseskälte, Winde mit einer Stärke von mehr als 175 km/h und Schnee mit einer Extraportion Schnee. „Stormageddon“ oder „Snowageddon“ nennen die Menschen den Sturm. Und auch, wenn man sich hierzulande vielleicht etwas von dem Powder wünschen würde – für die Menschen vor Ort bedeutet das Wetter eine massive Gefahr. Am Wochenende wurde deshalb an vielen Orten in Kanada der Ausnahmezustand ausgerufen. Und wenn man sich dieses Video von einem Vor-Ort-Reporter anschaut, der einfach umgeweht wird, wundert einen das nicht:

Was lustig aussieht, ist eine ernstzunehmende Situation, absolute Vorsicht ist geboten. Ein junger Kanadier gilt seit dem Wochenende vermisst. In den sozialen Medien sieht man aber auch, dass viele Menschen vor Ort einfach versuchen, das Beste daraus zu machen – und bereit sind, Berge zu versetzen, um zum Normalzustand zurückkehren zu können. Wortwörtlich.

Dieser Vater hätte ein Recht darauf gehabt, wütend zu sein. Wenn auch nicht auf den Blizzard, sondern auf seinen wohl etwas verplanten Sohn. Aber in dieser Extremsituation hilft wohl vor allem Galgemhumor.

Es wurde und wird also jede Menge Schnee geschippt, es werden Wege freigelegt und Autos gesucht. Eine Twitter-Userin fühlte sich dabei doch direkt an eine andere Täigkeit erinnert. Sie schrieb: „Ich denke, das zählt ab diesem Punkt als Archäologie.“

Tatsächlich stimmte ihr unter ihrem Tweet eine Archäologie-Studentin bei und hielt ein paar Übereinstimmungen fest. Ungemütliche Temperatur und Körperhaltung? Check. Absurd kleine Ausrüstung für die Aufgabe? Check. Das Wissen, dass man weitermacht, auch wenn es viel mehr Sinn ergeben würde, aufzuhören? Check.

In Kanada wird allerdings nicht nur geschuftet. Ein paar Freigeister bekamen in dieser Extremsituation wohl einen kreativen Schub. Besonders viel Bewunderung verdienen die Tür-Schnee-Kunstwerke der Kanadier*innen. Es finden sich dort Schnee-Collagen, Tier-Portaits und satirische Kommentare zur Situation. Und einige richtig abgefahrene Kultur-Hipster haben es sogar geschafft, sich den Schnee zu Nutze zu machen: zum Kühlen.

Da ist es natürlich schwer, sich von so vielen positiven Vibes nicht anstecken zu lassen. Und wie heißt es so schön: Wenn das Schicksal dir einen Blizzard gibt, steck 'ne Kerze rein und mach ein Candlelight-Dinner draus. Oder so.

mpu

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