Essen wir bald „Veggie-Disks“?

So will es zumindest ein EU-Ausschuss – denn „Veggie-Burger“ klingt angeblich viel zu fleischig.

Dürfen Veggie Burger bald nicht mehr Burger heißen?

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Ihr seid verwirrt, weil im Namen „Veggie-Schnitzel“ noch Schnitzel steckt? Bei „Burger“ denkt ihr sofort an Fleisch? Nein? Der Landwirtschaftsausschuss der EU schon. Für die Abgeordneten des EU-Parlaments reicht die Vorsilbe „Veggie“ alleine nicht für die Kennzeichnung fleischloser Produkte aus. Diese sei zu irreführend.

In Frankreich gilt das Namensverbot bereits seit vergangenem Jahr. „Die Leute müssen wissen, was sie essen“, sagt der zuständige französische Abgeordnete Eric Andrieu. Und auch 80 Prozent des EU-Landwirtschaftsausschusses stimmten für eine eindeutigere Namensnennung. Worte wie „Steak“, „Wurst“, „Schnitzel“ und „Burger“ sollen ausschließlich für tierische Produkte herhalten. „Wir sollten das Wort „Steak“ auch nur für ein richtiges Steak verwenden“, so Andrieu. Die Fleischlobby sei nicht involviert. Es gehe dem Ausschuss um gesunden Menschenverstand und das Interesse der Verbraucher. Seit 2017 gibt es so ein Namensverbot in der EU bereits für vegetarische „Milch“-Produkte. Die „Sojamilch“ steht seitdem zwar noch neben der Milch im Supermarkregal, darf so aber nicht mehr heißen. 

Aber wie sollen wir die fleischlose Einlage im Burgerbrötchen denn dann nennen? Dazu hat der Landwirtschaftsausschuss bereits gebrainstormt. Herausgekommen ist dabei der Name „Veggie-Disk“. Eric Andrieu sieht bei der Namensfindung aber noch kreatives Potenzial. Damit können sich die Hersteller sowieso noch Zeit lassen. Bevor das Namensverbot Wirklichkeit wird, müssen nach der Europawahl im Mai erst noch das gesamte Parlament und alle Mitgliedstaaten zustimmen. Bis dahin könnt ihr euch noch in Ruhe „Veggie-Schnitzel“, „Mushroom-Burger“ und „Tofu-Pattys“ schmecken lassen.

laho