Cara Delevingne verliert 50.000 Follower – wegen Kritik an R. Kelly

Und fühlt sich dadurch nur bestätigt.

Cara Delevingne ist Model und Schauspielerin. Bisher zeigte sie sich eher unpolitisch, jetzt will sie konfrontativer werden.

Foto: AFP/Dimitrios Kambouris

Eigentlich zeigt sich Model Cara Delevingne auf Instagram nicht besonders politisch: Auf ihrem Account veröffentlicht sie hauptsächlich Bilder von Foto-Shootings, Parties, Treffen mit Freunden. Am Donnerstag wurde sie allerdings in einem Post sehr ernst. An diesem Tag nämlich, so schreibt sie, hatte sie die Dokumentation „Surviving R. Kelly“ zu Ende geschaut. Weil dem Musiker darin zahlreiche sexuelle Übergriffe, teils gegen Minderjährige, vorgeworfen werden, war sie geschockt zurückgeblieben.

Sie wandte sich deshalb, genau wie viele andere Prominente, öffentlich gegen den Musiker. R. Kelly sei ein Raubtier und so ungestraft noch schlimmer als Harvey Weinstein, der mit seinen Taten die #metoo-Debatte ausgelöst hatte. R. Kelly müsse deshalb ebenfalls zur Verantwortung gezogen werden.

Delevingne zeigte sich außerdem selbstkritisch: „Ich wusste von den Vorwürfen, aber habe nicht mal versucht, das Ausmaß der Situation zu begreifen. Ich habe seine Musik noch immer gehört.“ Nun fordert Delevingne aber, die Trennung zwischen Kunst und Künstler aufzugeben:  „Nur weil er singt wie ein Engel, heißt es nicht, dass er einer ist.“

Delevingnes scharfe Kritik brachte ihr etwa eine halbe Million Likes ein. Klingt viel – ist aber deutlich weniger als Posts, auf denen sie selbst zu sehen ist. Gleichzeitig entfolgten ihr kurz nach der Veröffentlichung des Posts etwa 50.000 Menschen. Das Model ist sich sicher: Das ist kein Zufall.

So schrieb sie vor am Freitag in einem neuen Post: „Jedes Mal, wenn ich etwas Echtes sage, etwas, an das ich wirklich glaube, (...) etwas, das die Leute zum Nachdenken und Nachfragen anregt, verliere ich Follower.“ Diese Menschen würden ihrem Gesagten also eindeutig nicht zustimmen.

Daraus folgert Delevingne aber nicht, einfach die Klappe zu halten. Im Gegenteil, sie verspricht: „2019 will ich konfrontativer werden. Denn Konfrontation ist keine Gewalt, sondern Kommunikation.“ Sie habe zwar Probleme damit, weil sie Auseinandersetzungen normalerweise meidet. Nun aber wolle sie das ändern. „Es wird ein lautes Jahr werden“, verspricht sie. Und setzt dann noch einen Hashtag: #MuteRKelly. Also: Bringt R. Kelly zum Schweigen.

lath

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