Werbespot für Menstruations-Unterwäsche wird in den USA nur zensiert gezeigt

Denn da ist Blut zu sehen – zu viel für viele Sender.

Blut auf dem Bettlaken, weil die Periode plötzlich in der Nacht kommt und die Unterwäsche dem nicht standhält. Tamponfäden, die im Schwimmbad aus der Bikinihose baumeln. Krämpfe im Unterleib. Was für die meisten Frauen Realität ist, wird nun in einem neuen Werbespot eines New Yorker Herstellers von Damenhygieneprodukten umgekehrt. In der Werbung für Menstruationsunterhosen von Thinx haben nämlich auch Männer ihre Tage.

Der Spot zeigt, wie sie sich gegenseitig nach Tampons fragen, wie ein Teenager seinem Vater erzählt, dass er gerade seine erste Periode bekommen habe. Er zeigt auch einen Blutfleck im Bett und einen baumelnden Tamponfaden zwischen Männerbeinen in einer Umkleidekabine.

Zu viel wohl für die amerikanischen Fernsehzuschauer*innen. Denn dort kann der Clip in der Originalversion nicht ausgestrahlt werden. Sowohl das Blut auf dem Laken als auch der baumelnde Tamponfaden wurden auf Forderung verschiedener TV-Sender herausgeschnitten. Die Szenen waren zu explizit. Das berichtet die New York Post in Bezug auf interne Quellen. Der Sender CBS weigerte sich zuerst wohl komplett, den Spot zu zeigen. Nach den Medienberichten aber kündigte er an, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken.

Maria Molland, CEO des Hygieneartikel-Herstellers Thinx, sagte gegenüber der New York Post, dass sie nicht erwartet hätte, dass die Szene mit dem Faden Probleme bereiten würde. Überrascht sei sie aber auch nicht: „Dies sind tief verwurzelte soziale Stigmata“, sagte Molland. „Deshalb ist es nachvollziehbar, dass einige Fernsehsender davor zurückschrecken, einen Spot zu zeigen, der mutig über alltägliche Erfahrungen spricht, die jede Frau allzu gut kennt.“ Helfen wird da wohl nur eins: Immer und immer wieder über die Periode sprechen, das Blut zeigen, das da nun einmal fließt, Aufklärungsarbeit leisten – um das Tabu Menstruation irgendwann einmal zu brechen.

soas

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