Schwuchtel, Tunte, Tucke, Hinterlader, Homo-Fürst, schwule Sau: Das alles bekommen auch heute noch homosexuelle Männer hinterhergebrüllt. Und finden sich dann direkt in einem inneren Konflikt wieder, denn: Wie soll man jetzt reagieren? Zurückbeleidigen? Da gibt man dem Pöbler ja genau die Aufmerksamkeit, die er will. Ignorieren? Das zeigt ihm wiederum nicht, was er gerade für ein homophobes Arschloch ist. Kein Lerneffekt.

Der Engländer Nick Hurley hatte nun eine andere Idee, auf die sicherlich noch niemand gekommen ist.

Nick war gerade in Manchester auf dem Weg nach Hause, um sich frisch zu machen und dann direkt weiterzugehen zum Brighton Pride Festival. Bei so einer Gay-Veranstaltung darf natürlich kein Glitzer fehlen, also kaufte er große Mengen davon ein – ohne zu ahnen, dass er das funkelnde Zeug bald zur Waffe umfunktionieren würde. Ein bisschen davon schmierte er sich gleich ins Gesicht: 

Kurze Zeit später, immer noch auf dem Weg zu seiner Wohnung, fuhr ein männerbepacktes Auto an ihm und seinem glitzernden Gesicht vorbei. Die Insassen begannen sofort, homophoben Müll aus dem Fenster zu schreien. Unter anderem „Faggot“, also Schwuchtel. Anstatt zurück zu pöbeln oder zu schweigen, zog er den Glitzer aus der Tasche, als das Auto gerade an einer Ampel halten musste, und leerte „die Tube voller Glitzer in das Autofenster“, wie er in seinem Twitter-Post schreibt.

Zu den Angreifern hat er dabei nur eines zu sagen: „Eure beiläufige Homophobie hat superschwule Konsequenzen“. Und genau diese superschwule Konsequenz kommt an: Der Post wurde knapp 19.000 mal retweetet und 161.000 Mal geliket.

Neben ganz viel Liebe kam aber auch Kritik. Ein Mann sorgte sich um die Plastik-Verschmutzung der Meere.

Nick reagierte aber auch darauf äußerst freundlich:

Daneben nutzte er die Reichweite noch für etwas anderes. Er fragte nach Spenden für die LGBT-Stiftung Stonewall:

Erst Glitzer-Attacke, dann Spenden für die LGBT Community sammeln – einen besseren Protest gegen eine homophobe Beleidigung kann es kaum geben.

flpf

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