Diese „Game of Thrones“-Doku ist das Ende, das wir verdient haben

Warum uns „The Last Watch“ mit der finalen Staffel von GoT versöhnen könnte.

Kit Harington kämpft mit den Tränen - und ist damit nicht der einzige im Cast.

Screenshot Trailer

Spoiler-Warnung voraus: Solltest du die letzte Staffel von GoT oder Teile davon noch nicht gesehen haben, dann ist dieser Artikel hier mit zu heißen Infos gepflastert.

Die achte Staffel von „Game of Thrones“ ist die von den Zuschauern mit Abstand am schlechtesten bewertete – und doch gleichzeitig die am meisten gesehene. Und auch wenn viele (viele, viele, viele) Fans über den Verlauf und das Ende der Serie unglücklich waren, gab es einen Punkt, über den sich keiner zu lästern getraut hat: Filmisch waren auch die letzten sechs Folgen ein ambitioniertes Spektakel mit viel Kawumm. Schlachtenchaos, Zombieaction, Drachenfeuer – da gibt es wenig zu meckern.

Und das sind auch genau die Dinge, die die neue Dokumentation von HBO – „Game of Thrones: The Last Watch“ – absolut sehenswert machen. Sicher, theoretisch sind wir alle mehr als GoT-übersättigt.  Die gute Nachricht ist: Diese Dokumentation hat das Zeug, uns mit der Serie zu versöhnen.

Game of Thrones: The Last Watch | Official Documentary Trailer | HBO

Regisseurin Jeanie Finlay begleitet über eine Stunde und 48 Minuten die Produktion der letzten Staffel. Einige Gänsehaut-Momente sind da garantiert: Etwa der allerletzte Table-Read, bei dem die Darsteller erfahren, wie die Geschichten ihrer Charaktere enden, die sie zum Teil acht Jahre lang begleitet haben. Oder als Iain Glen aka Ser Jorah Mormont aka Lord Friendship herausfindet, dass er in Daenerys aka Emilia Clarkes Armen stirbt. Oder Lord Varys: Der Darsteller Conleth Hill wirft sein Skript auf den Tisch und lehnt sich sichtlich berührt mit geschlossenen Augen zurück. Die neben ihm sitzende Lena Headey drückt seine Hand verständnisvoll.

Am meisten reißt es aber tatsächlich Jon Snow, also Kit Harington. In dem Moment, in dem vorgelesen wird, wie er Dany erdolcht, rutsch er mit dem Stuhl nach hinten, atmet scharf ein und hält sich die Hand vor den Mund. Auch Emilia Clarke lässt das nicht kalt, erst lacht sie, dann ergreift es sie doch und sie wischt sich die Tränen weg. Der Cast applaudiert respektvoll.

Klar, das sind tolle Momente – und davon bietet „The Last Watch“ noch mehr. Das wirklich wertige an der Doku sind jedoch die Background-Storys: Die in die Serie involvierten Personen, die wir bisher nicht kannten – und die doch viel beeinflusst haben. Wie etwa der „Master of Snow“, der die Fake-Schneeverteilung koordiniert, oder Statisten, die immer wieder vorkommen und die man doch nicht mitbekommen hat, Executive Producer, Designer, Handwerker, Kamera-Menschen und und und – kurz: die unbekannten Helden hinter den Kulissen.

Wenn man die monumentalen Ausmaße der Produktion so vorgeführt bekommt, und die Zeit und Liebe, die die Mitwirkenden hineingesteckt haben, versteht man doch die Wut von Darstellern wie Sophie Turner und Kit Harington, der vergangene Woche in einem Interview mit dem Magazin Esquire sagte:

Ich denke, ganz egal was irgendwer über die Staffel denkt – und ich will jetzt nicht Kritikern gegenüber gemein klingen – aber egal welcher Kritiker sich nur eine halbe Stunde nimmt, um über diese Staffel zu schreiben und seine negative Meinung abzugeben, die können mich mal.“

Übrigens: Wessen Sky-Abo schon abgelaufen ist oder wer nie eines hatte, für den gibt es einen würdigen Ersatz für „The Last Watch“. Zusätzlich zu dieser großen finalen Doku kann man sich nämlich auf Youtube zu jeder Folge Making-ofs anschauen. Die sind nicht ganz so emotional, enthalten aber auch interessantes Backgroundmaterial: Wie viel Holz braucht man für einen brennenden Zombie-Wall? Wie war die Stimmung bei den Aufnahmen zwischen Sansa und Dany? Und warum wurde die Kulisse von Kings Landing zuerst nur zerstört aufgebaut? Das erfährst du hier.

mpu