Was nach „The last of the Starks“ kommen könnte

Unser Autor spekuliert in seinem GoT-Orakel, wie es weitergeht. Folge 5: Der Krieg der irren Königinnen naht.
Von Victor Redman

HBO; Collage jetzt

Der Winter ist da – die finale Staffel von „Game of Thrones“ läuft. An dieser Stelle wage ich jede Woche in verschiedenen Kategorien einen Ausblick auf die kommende Folge. Ich spekuliere, was die Ereignisse der vorausgegangenen Folge für die Zukunft bedeuten könnten – und natürlich tippe ich, wer als nächstes stirbt. Dazu schauen wir dieses Mal  zurück auf die vierte Folge der Staffel: „The Last of the Starks“.

„The Last of the Starks“ in 3 Tweets:

Das verrät der Trailer zur nächsten Folge:

Und wieder muss man sagen: wenig. Außer ein bisschen Säbelgerassel vor den Toren von King's Landing und bedeutungsschwangeren Blicken zeigt der Trailer so gut wie nichts aus der neuen Folge.

Game of Thrones | Season 8 Episode 5 | Preview (HBO)

Dass der Sturm auf die Hauptstadt ansteht, war seit der letzten Folge schon klar. Wahrscheinlich wollten die Macher davon einfach nichts vorwegnehmen. Wenn man Daenerys-Darstellerin Emilia Clarke glaubt, wird diese Folge nämlich noch wesentlich größer als die Schlacht um Winterfell. 

Meine Wünsche für die nächste Folge

Wir sind jetzt auf der Zielgeraden: Noch zwei Stunden plus Überlänge, dann war's das mit „Game of Thrones“. Deswegen wünsche ich mir für die nächste Folge vor allem den ein oder anderen Schlussstrich: Ich möchte sehen, wie Handlungsfäden ihr Ende erreichen; ich möchte, dass der ein oder andere sich dann auch aus dem Getümmel verabschiedet, und ich wünsche mir noch den ein oder anderen großen Moment für Figuren wie Brienne, Podrick oder auch Grey Worm. Sie sind jetzt schon so lang mit von der Partie, dass sie es definitiv verdient hätten, nochmal ein Zeichen zu setzen, bevor der Kampf um den Eisernen Thron endet.

Der Schocker der Folge – und was er bedeutet

Es gibt Starbucks in Winterfell?!

Okay, okay, ernsthaft: Die letzten Minuten der Folge waren vielleicht die schockierendsten, die es bisher in dieser Staffel zu sehen gab: Erst holt Euron Rhaegal vom Himmel und dann lässt Cersei Missandei hinrichten – einfach so, weil sie's kann.

Einmal mehr frage ich mich: Was weiß Cersei, was wir nicht wissen? Welchen Trumpf hat sie in der Hinterhand? Klar, Daenerys Armeen sind nach der Schlacht um Winterfell stark dezimiert, aber Cersei wirkt zu selbstsicher, zu siegesgewiss. Ist das der Größenwahn, der sie breit grinsend in einen feurigen Tod marschieren lässt – oder hat Cersei einen Plan B?  

Auf Gnade kann sie nach „The Last of the Starks“ jedenfalls nicht mehr hoffen. Mehr als einmal hat Daenerys mit dem Gedanken gespielt, die Hauptstadt einfach einzuäschern und dem Kampf um den Eisernen Thron ein schnelles Ende zu bereiten. Bisher konnten ihre Berater sie immer noch umstimmen, aber dieses Kunststück wird ihnen sicherlich nicht noch einmal gelingen. In den letzten Folgen hat sie mehr verloren als jeder andere: die Dothraki, Jorah, Rhaegal, Missandei. Das Schlimmste daran: Hätte sie von Anfang an kurzen Prozess gemacht, wären diese Verluste ihr womöglich erspart geblieben. Umso gnadenloser wird sie jetzt zuschlagen.

Wenn King's Landing am Ende der nächsten Folge noch stehen sollte, bin ich schon schwer beeindruckt. Kennen wir schon den Titel der nächsten Folge? Ich tippe nämlich auf, „Fire and Blood“.

Dracarys – Wer stirbt als nächstes?

Wie wär's mit: ganz King's Landing? Das letzte Wort, das Missandei Daenerys vor ihrem Tod zurief, war: Dracarys – dasselbe Kommando, das Daenerys benutzt, um ihre Drachen Feuer speien zu lassen.

Drachentöter Euron wird in der nächsten Folge (hoffentlich!) dran glauben müssen, genauso wie Cerseis untoter Leibwächter Gregor Clegane und – vermutlich ganz zum Schluss – auch Cersei selbst. Jamie, der seine Schwester offensichtlich retten will, dürfte auch keine guten Überlebenschancen haben. Und auch Varys, der das Vertrauen in Dany verloren hat, hat wohl nicht mehr lange zu leben – sein Tod wurde schließlich bereits in der letzten Staffel durch Melisandre prophezeit.

Beliebte Theorien – und was sie bedeuten

  • Kriegen wir endlich den Clegane Bowl? Seit Jahren hoffen und spekulieren Fans auf einen Showdown zwischen Sandor Clegane, dem Hound, und seinem Bruder Gregor, dem Mountain. Beide Brüder galten zwischenzeitlich als tot, sind nun aber wieder am Start. Fakt ist, dass der Mountain aus dem Weg geschafft werden muss, bevor irgendjemand an Cersei rankommt. Fakt ist auch, dass Sandor noch ein Hühnchen mit seinem Bruder zu rupfen hat – das hat er in der letzten Staffel unmissverständlich klargestellt. Heißt das also, wir kriegen in der vorletzten Folge der Serie endlich den lang erwarteten Bruderkampf zu sehen? Klingt ziemlich plausibel, oder?
  • Woher kam eigentlich Eurons Flotte so plötzlich, um Dany und ihre Drachen anzugreifen? Viele Fans sahen hier einen Logikfehler in der Handlung – aber was, wenn mehr dahinter steckt? Was, wenn Sansa Daenerys' Route verraten hätte?  Sie möchte Dany nicht auf dem Thron sehen, wünscht gleichzeitig aber auch Cersei nur das Schlechteste – aus Sansas Perspektive sind die neuesten Entwicklungen also so was wie ein Win-Win. Allerdings würde sie durch ihren Verrat auch Jon, Tyrion und die Nordmänner in Gefahr bringen, die für Daenerys kämpfen. Sansa mag im Verlauf der Serie erwachsen geworden sein, aber soviel Kaltblütigkeit traue ich ihr dann doch nicht zu. Diese Theorie klingt wenig plausibel.
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