„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ der beiden Stern-Reporter Kai Hermann und Horst Rieck ist auf der ganzen Welt bekannt. Das Buch erzählt die packenden und traurigen autobiographischen Erinnerungen der drogenabhängigen, 16-jährigen Christiane Felscherinow, die in Berlin lebt und sich vor allem am Bahnhof Zoo aufhält, in den 1970er- und 1980er- Jahren ein Treffpunkt der Drogenszene. Immer weiter gleitet sie in ihre Drogensucht ab, schafft am Ende dann doch noch den Absprung. 1978 erschienen, wurde der Roman schnell Bestandteil des Schulunterrichts mancher Schulen, 1981 wurde das Buch verfilmt.

Jetzt soll aus dem Stoff bald eine Serie werden: Amazon Prime plant eine wohl achtteilige Neuverfilmung, die Dreharbeiten sollen schon in diesem Jahr starten. Regie führt Philipp Kadelbach, die Autorin ist Annette Hess, der Produzent Oliver Berben. „Ich habe das Buch mit zwölf gelesen und war total fasziniert“, erzählt Autorin Hess bei einer aufgezeichneten Podiumsdiskussion. Der Film von 1981 habe sie dann „entsetzt“, weil er die Handlung „unglaublich verkürzt hat“. Doch Christiane F. ließ sie nicht los, sagt sie: Immer wieder setzte sie sich mit der Geschichte auseinander. „Und jetzt gibt es die Möglichkeit, sich die Zeit zu nehmen, um die Figuren in einer Serie zu erklären.“ Gemeinsam mit fünf weiteren Autorinnen und Autoren schreibt sie nun an der Serie für Amazon.

Sicher ist: Auch 40 Jahre nach Erscheinen des Buchs ist das Thema noch aktuell: 2017 (aktuellere Statistiken gibt es noch nicht) starben in Berlin 168 Menschen an Drogen, die Hauptursache: Heroin. Die Zahl der Drogentoten war seit 2008 in den vergangenen Jahren wieder deutlich angestiegen.

Wer mitspielen wird und wann die Serie genau startet, ist noch nicht bekannt. Sicher ist aber: Mit Hess hat sich eine Autorin des Stoffes angenommen, die sich mit historischen Serien auskennt. Sie ist auch Autorin der vielfach ausgezeichneten ARD-Serie „Weißensee“, die das Schicksal zweier Familien in Ostberlin der 1980er oder 1990er Jahre thematisiert.

soas