„Ich habe einfach nicht die Eier dazu“

Rebel Wilson und Joaquin Phoenix halten kritische Reden, denn den BAFTAs fehlt die Diversität.
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Screenshot: YouTube @BAFTA, BBC

Weiß, weiß, weiß. Männer, Männer, Männer. Die British Academy of Film and Television Arts Awards (BAFTA) haben ein – Überraschung –  Diversitätsproblem.  Das wurde bei der Verleihung am Sonntagabend deutlich. Dort wurde – ähnlich wie bei den Oscars –  keine einzige Frau für die Kategorie „Beste*r Regisseur*in“ nominiert. Dafür allerdings die gleichen Männer: „Sam Mendes. Martin Scorsese. Todd Phillips. Quentin Tarantino. Bong Joon-ho“, zählte Rebel Wilson sie auf. Die Schauspielerin verlieh an diesem Abend den Preis.

Wilson nutzte die Gelegenheit, um auf der Bühne ein Statement zu setzen: „Ich sehe das außergewöhnliche Talent, das in dieser Kategorie nominiert ist, und ich denke nicht, dass ich tun könnte, was sie tun. Ehrlich. Ich habe einfach nicht die Eier dazu“, sagte Wilson. 

Aber es gibt eben noch Anderes zu kritisieren, als nur die fehlende Geschlechtergerechtigkeit. Analog zum Hashtag #OscarsSoWhite hatten auch die BAFTAs schon vor der Verleihung einen Hashtag ausgelöst: #BAFTAsSoWhite, denn kein einziger Nominierter war eine Person of Colour. Joaquin Phoenix gewann für seine Rolle als Joker die Kategorie „Männliche Hauptfigur“, für die nur weiße Menschen nominiert waren. Als er seine Trophäe entgegennahm, sagte er, dass er sich zerrissen fühle, weil viele seiner Schauspielkollegen, die es verdient hätten, nicht dieses Privileg haben: „Wir müssen die harte Arbeit tun, um systematischen Rassismus wirklich zu verstehen. Das System der Unterdrückung zu zerlegen, ist die Pflicht derjenigen, die es geschaffen und davon profitiert haben.“.

Bei den Golden Globes hielt Comedian Ricky Gervais erst im Januar dieses Jahres eine Rede, in der er auf das Problem aufmerksam machte. Zynisch kommentiert er: „Viele talentierte People of Colour wurden mit den Hauptkategorien beleidigt. Leider können wir dagegen nichts tun.“ Laut des Hollywood Diversity Reports 2019 sind nur zwei von zehn Hauptfiguren People of Colour. Nur eine von zehn Regisseur*innen ist weiblich. Das Diversitätsproblem zeigt sich also nicht nur bei den BAFTAs und den Oscars – es zieht sich durch die gesamte Filmindustrie. 

ckun

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