Hier kannst du daheim Kultur streamen

In den nächsten Wochen musst du nicht komplett auf Lesungen, Konzerte und Ausstellungen verzichten.
Von Sophie Aschenbrenner

Fotos: freepik, dpa, unsplash / Collage: Daniela Rudolf-Lübke

Konzerte abgesagt, Kinos zu, Lesungen verschoben, Museen geschlossen: Derzeit ist es verdammt schwierig, in den Genuss von Live-Kultur zu kommen. Ja, Netflix ist prima. Aber spätestens, wenn man wirklich ALLE Serien durchgesuchtet hat, zu denen man in den vergangenen Monaten nicht gekommen ist, wird es halt doch ein bisschen fad. Wir haben für euch ein paar Tipps zusammengesucht:

Klassische Konzerte und Theater 

  • Tickets für Konzerte der Berliner Philharmoniker sind normalerweise ziemlich teuer und sowieso für die wenigsten von uns zeitlich und räumlich erreichbar. Weil die Konzerthäuser jetzt erst einmal geschlossen sind, bietet das Weltklasse-Orchester einen besonderen Service an: kostenlose Online-Konzerte. In der sogenannten „Digital Concert Hall“ können alle Menschen Konzerte der Berliner Philharmoniker vom Sofa aus genießen.
  • Auch die Staatsoper München  und die Staatsoper in Wien bieten Online-Inszenierungen an. Dazu gehören nicht nur Konzerte, sondern auch Oper und Ballett.
  • Dazu gibt es viele Künstler*innen, die privat anbieten, Konzerte zu streamen und das dann auf Plattformen wie Twitter, Facebook oder Instagram zur Verfügung zu stellen. Der Pianist Igor Levit zum Beispiel. 
  • Für Theaterfans: Die Plattform nachtkritik.org stellt einen digitalen Spielplan aus Livestreams und Aufzeichnungen von Inszenierungen zusammen.
  • Die Münchner Kammerspiele teilen online jeden Tag einen internen Mitschnitt einer Inszenierung aus dem Spielplan. 

Filme 

  • Für diejenigen unter uns, die gerne ins Kino gehen, hat der Verleiher Grandfilm ein Angebot: Er zeigt sich solidarisch mit Independent-Kinos und bietet #GrandfilmOnDemand an. Interessierte können bestimmte Filme für eine Gebühr streamen. Die Hälfte der Einnahmen geht an die Kinos, die die Filme normalerweise zeigen würden, das jetzt aber nicht können.
  • Für Kurzfilmfans gibt es jetzt das My Darling Quarantine Short Film Festival, ein Online-Kurzfilmfestival. Jede Woche wird ein neues Programm online gestellt. Es gibt einen Publikumspreis und Spenden gehen zur Hälfte an Ärzte ohne Grenzen und zur Hälfte an Kulturschaffende, die Unterstützung brauchen.

Musik, Clubbing, Podcasts

  • Die Clubs sind zu, aber das heißt nicht, dass man nicht daheim feiern kann – solange es keine Hauspartys sind. Dachte sich auch die Berliner Clubszene: Auf der Plattform United We Stream gibt es jeden Abend ab 19 Uhr Live-Übertragungen von DJ-Sets, Live-Musik und Performances. Und nicht nur das: Die Seite will auch eine Plattform für Gesprächsrunden, Vorträge und Filme rund um clubkulturelle Themen sein. 
  • Endlich Zeit, mal neue Podcasts zu entdecken – und an alten Lieblingen festzuhalten: Jan Böhmermann und Olli Schulz veröffentlichen von Mittwoch an täglich eine neue Folge ihres Podcasts „Fest & Flauschig“, wie Böhmermann auf Twitter verkündete. Stoff gebe es genug. 
  • Außerdem gibt es ja Spotify – und Platten und CDs, wer so was noch hat. 

Literatur

  • Viele Verlage und Veranstaltungsorte streamen Lesungen jetzt einfach online – es lohnt sich, auf den jeweiligen Websites nachzuschauen. 
  • Der Autor Saša Stanišić liest jeden Abend 30 bis 45 Minuten live auf Twitch. Die Einnahmen gehen an gemeinnützige Organisationen, Zuschauer*innen können Geld spenden.
  • Das Berliner Literaturhaus verlegt seine Veranstaltungen jetzt ganz einfach ins Internet – das aktuelle Programm gibt es hier.
  • Jeden Tag um 16 Uhr werden sechs junge Schauspieler*innen aus „Desintegriert euch“ von Max Czollek lesen – live via Instagram
  • Auch die Autor*innen Benjamin Maack und Jasmin Schreiber haben für Freitag, 20. März, eine Online-Lesung angekündigt. Sie findet um 20 Uhr auf Twitch statt.

Ausstellungen

Harte Zeiten auch für Museen und Galerien. Wir müssen aber in den kommenden Wochen nicht komplett auf Bilder und Fotoausstellungen verzichten. 

  • Die Biennale für aktuelle Fotografie in Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg wird durch virtuelle Rundgänge ziemlich gut ersetzt.
  • Viele Museen haben einen Youtube-Kanal, der lohnenswert ist. Das Münchner Haus der Kunst zum Beispiel zeigt dort Filme zum Thema Kunst und stellt aktuelle Ausstellungen vor. 
  • Kunst auf Instagram: Der tolle Account „thisaintartschool“ teilt Fotografien von weniger bekannten Fotograf*innen – immer sehenswert und gerade noch ein bisschen mehr. 
  • Viele Museen bieten Online-Touren an oder stellen einen Teil ihrer Sammlung im Internet zur Verfügung – zum Beispiel der Louvre in Paris. 
  • Das Berliner KW Institute for Contemporary Art startet in den sozialen Medien ein digitales Programm mit Interviews und Rundgängen zu den aktuellen Ausstellungen.

Für aktuelle Streams

Der Twitteraccount Streamkultur sammelt täglich spannende und tolle Streams für unsere Zeit auf dem Sofa. 

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