Streetart-Künstler*innen verarbeiten die Corona-Krise auf der Straße

Und die Kunstwerke, die dabei herauskommen, könnten unterschiedlicher nicht sein.

Streetart in Glasgow: Ein Kunstwerk des Streetart-Künstlers Rebel Bear ist an einer Wand in der Bath Street zu sehen. Das Bild fängt die globale Corona-Krise ein und zeigt einen Mann, an dessen Bein ein Virus gekettet ist.

Foto: Andrew Milligan / dpa

Mittlerweile ist weltweit klar: Covid-19 hat und wird bleibende Spuren hinterlassen. Und zwar nicht nur in der Politik, der Wirtschaft oder im Arbeitsleben – sondern auch an den Hauswänden, Mauern, Tiefgarageneinfahrten unserer Städte und Gemeinden. Weltweit haben in den vergangenen Wochen Streetart-Künstler*innen der Corona-Zeit Denkmäler erschaffen. Und die könnten unterschiedlicher nicht sein: bunt, schwarz-weiß, traurig, hoffnungsmachend, lustig – alles, was in den Menschen vor sich geht, findet sich nun eben auch im öffentlichen Raum.

New York: Eine Fußgängerin geht an einer 'Yarnbomb', eine Form von Streetart, bei der Gegenstände im urbanen Raum durch Stricken verschönert werden, vorbei. Diese Strickarbeit wurde von der Künstlerin Ellie d'Eustachio erstellt.

Foto: Emily Leshner /dpa

Ein Graffiti von  Kai 'Uzey' Wohlgemuth in Hamm, Deutschland.

Foto: INA FASSBENDER /afp

Die Bilder finden sich oft auch in den sozialen Medien wieder, weil die Menschen die Kunstwerke, die sie etwa beim Spazierengehen entdecken, begeistert teilen. Ein Motiv, das Corona von Anfang an symbolisiert hat wie kein zweites, ist die Mund-Nasen-Maske. Natürlich bedecken daher auch die Straßenkünster*innen die Münder und Nasen ihrer Figuren. Dass manche dieser Graffitis dabei eher an Gemälde erinnern, zeigt wie viel Liebe die Macher*innen hineingesteckt haben.

Aber nicht nur die Masken inspierten die Künstler*innen zur Spraydose zu greifen, sondern auch die klaren Held*innen dieser Zeit: Das Krankenhauspersonal. Im englischsprachigen Bereich wird dabei von NHS, wie National Health Service, gesprochen. Diese Bilder sind Denkmäler für die unzähligen Stunden Arbeit dieser Menschen, für die Kraft, die sie jeden Tag schenken.

Wie viele solcher Gemälde in den nächsten Wochen noch auftauchen werden: Wer weiß. Sicher ist nur, dass man nicht meisterlich mit Farben und Formen umgehen können muss, um gerade ein Zeichen zu setzen beziehungsweise zu malen. Manchmal sind es auch die kleinen Bilder – oder anders gesagt, die Bilder der Kleinen – die die Herzen erwärmen können.

mpu

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