Rassismus: Rapper rufen zum Boykott von Gucci und Prada auf

Wegen dieses Blackfacing-Pullis.

Balaclava nennt sich dieser 890 Dollar teure Pulli, für den jetzt Gucci mit Imageverlust bezahlen muss.

Foto: AP

Wer heutzutage als erfolgreicher Rapper gelten will, hat sich ausgiebig mit Produkten von Luxusmarken zu behängen. Gucci hier, Versace da, Rolex dort – kaum ein Rapvideo kommt ohne Produkte dieser Firmen aus, die Marken sind in den Texten omnipräsent, Künstler wie Rin nennen gleich ganze Songs „Dior 2001“ oder „Chanel“.

In den USA wenden sich jetzt aber die ersten Rapper gegen zwei ihrer Lieblingsmarken, deren Logos sie bislang gerne in die Kamera hielten. Der Grund: Blackfacing. Der Begriff stammt aus Theateraufführungen in den USA im 18. und 19. Jahrhundert, wo sich weiße Schauspieler zur Belustigung des Publikums als Schwarze bemalten. Stereotype Darstellungen, die als Witz oder Modeaccessoir genutzt werden, kommen aber immer noch vor. Vor kurzem auch bei Prada und Gucci.

Es ging um verschiedene Produkte, besondere Aufregung und Proteste verursachte ein Gucci-Pullover mit schwarzem Kragen und rotem Mund. Gucci zog ihn zwar zurück und entschuldigte sich für den Fehler – aber das war einigen Rappern nicht genug.

T.I. ruft seine immerhin fast zehn Millionen Instagram-Follower in mehreren Posts zum Boycott von Gucci auf und kritisiert die Luxus-Modemarke scharf. Er sei ein Kunde, der im Jahr siebenstellige Beträge für die Marke ausgebe, nehme ihnen ihr „Ups, mein Fehler, wir wollten nicht rassistisch und respektlos sein“ nicht ab und deshalb die Entschuldigung nicht an.

Später beschwerte er sich auch bei Prada.  Die Posts bekamen zum Teil mehr als 125 000 Likes. Und T.I. ist nicht der einzige: Soulja Boy wendete sich in einem Video an Gucci und Sarafee ging gleich ins Studio, um einen Anti-Gucci-Song aufzunehmen.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

@gucci

Ein Beitrag geteilt von Soulja Boy (Young Drako) 💲🔌🔫 (@souljaboy) am

Rapper sind längst nicht mehr nur Musiker. Mit ihrem Kleidungsstil beeinflussen sie auch das Konsumverhalten ihrer Fans. Bestimmte Artikel werden zu Statussymbolen oder Codes für die Zugehörigkeit zu einer (Sub-)Kultur. So wurden Luxusmarken in den letzten Jahren plötzlich erstrebenswert und cool für eine junge, rap-affine Zielgruppe, sie konnten so dem Alte-Damen-Pelzmantel-Image entkommen. Sollten die Boycott-Aufrufe sich also ausweiten, könnte das für die Modefirmen durchaus ein Problem werden.

che