Deutschland-Konzerte von R. Kelly abgesagt

Und die Doku, mit der die erneuten Vorwürfe ins Rollen kamen, ist jetzt auch hier verfügbar.

Foto: PR/A&E/Getty/Williams

Jahrelang wurden die mutmaßlichen Opfer des R&B-Stars R. Kelly nicht ernst genommen: Die Vowürfe gegen ihnen reichen teilweise 20 Jahre zurück, aber erst Ende vergangenen Jahres bekamen die Frauen in der  Doku-Serie „Surviving R. Kelly“ eine Stimme. Sie sprachen über den psychischen und sexuellen Missbrauch durch den Sänger – und das hatte Konsequenzen: Eine Premierenveranstaltung im Dezember in New York musste wegen einer Anschlagsdrohung abgebrochen werden.

Seit heute ist die erste Episode der viel diskutierten Doku-Serie für sieben Tage auch in Deutschland im Netz verfügbar. Insgesamt dauert die Serie sechs Stunden, vom 18. bis 20. Mai gibt es dann alle sechs Folgen zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. R. Kellys Anwälte kündigten bereits an, rechtliche Schritte gegen den Sender A&E einzuleiten. 

Der Fall R. Kelly ist auch deshalb so skandalös, weil den Frauen erst jetzt zugehört wird. Dem Sänger wird seit Jahrzehnten sexuelle Gewalt gegen minderjährige und erwachsene Frauen vorgeworfen. Er soll sie geschlagen und als Sexsklavinnen missbraucht haben. Die ersten Vorwürfe kamen bereits in den 90er-Jahren auf. 2010 wurde R. Kelly wegen Kinderpornografie angeklagt, das Verfahren wurde am Ende aber eingestellt. Auch seine später annullierte Ehe mit der damals erst 15-jährigen Sängerin Aaliyah sorgte immer wieder für Diskussionen. Die Vorwürfe weiterer, möglicher Opfer wurden allerdings lange nicht ernst genommen. Durch die Doku-Serie bekommen ihre Fälle die Aufmerksamkeit, die ihnen zusteht. 

Die Vorwürfe führten jetzt auch dazu, dass seine geplante Tour durch Deutschland abgesagt wurde. Allerdings nicht, weil vorab etwa 240 000 Menschen eine entsprechende Petition unterschrieben hatten. Der Grund ist wohl eher, dass R. Kelly derzeit wegen sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen angeklagt werden soll. Das Wochenende verbrachte er bereits in einem Gefängnis in Chicago. Am Montag kam er gegen eine Kaution von 100 000 US-Dollar wieder frei. Er darf sich allerdings keinen Frauen unter 18 nähern. Seine Plattenfirma hat ihm bereits gekündigt.

merw

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