Eigentlich muss man Rihanna lieben. Sie ist eine ziemlich großartige Sängerin, ziemlich cool, ziemlich schön. Aber nun hat sie sich etwas geleistet, das ihr viele nicht verzeihen wollen, nicht verzeihen können: Sie ließ sich für das Cover der Vogue ablichten – mit dünn aufgemalten Strichen als Augenbrauen.

Letztere scheinen der Stoff zu sein, aus dem die Albträume Tausender gemacht sind. Denn sie waren ja schon mal da, die Skinny Eyebrows. Jahrelang versetzten sie uns in den Neunzigern in Angst und Schrecken, vereinzelt waren die aufgemalten Linien sogar bis in die späten Nullerjahre zu sehen. Besonders sympathisch wirkten die Träger damit nie. Stichwort: Zeichentrick-Cruella-De-Vil aus „101 Dalmatiner“. Skinny Eyebrows standen und stehen für Berechnung, Kälte, Unnatürlichkeit – und inzwischen für ein gewisses Billo-Image. Sie ergäben noch heute das perfekte Match mit langen künstlichen Fingernägeln, einer Hose mit Kronen drauf und weißen Stiefeln dazu.

Schlimm also, dass gerade Rihanna, Stilikone und eine der beliebtesten US-Promis unserer Zeit, sich trotz allem damit zeigt. Sie könnte, so befürchten viele, damit den Weg dahin ebnen, dass die Skinny Eyebrows wieder salonfähig werden und Menschen sie wieder schön fänden.

Vielen graut nun also angesichts dieses Covers. Die Nutzer der Sozialen Netzwerke sind überzeugt: Nichts, aber auch nichts Schlimmeres könnte passieren, als dass diese Augenbrauen wieder zum Trend würden.

Es gibt aber auch eine Minderheit an Twitter-Nutzern, die nicht einsehen will, warum sich denn nun alle so aufregen. Es gäbe schließlich wichtigere Themen als Rihannas Augenbrauen. Außerdem bedeute das Cover keinesfalls ein Comeback der Skinny Eyebrows: Die Vogue habe schließlich kein Beauty-Cover, sondern ein High-Fashion-Cover. Das beabsichtige nicht, kommerzielle Trends zu setzen, sondern zu polarisieren. Und naja, das habe es halt dieses Mal geschafft.

Allerdings scheint diesen Nutzern entgangen zu sein, dass es schon erste Nachahmer gibt. Ob die sich allerdings nun wirklich täglich eine dünne Augenbrauenlinie aufmalen, sei mal dahingestellt.

lath

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