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Die Junge Alternative kommt am Wochenende in Magdeburg zu ihrem Bundeskongress zusammen.

Foto: dpa

Die AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative (JA) hat auf ihrem Bundeskongress in Magdeburg die Presse teilweise ausgeschlossen. Journalisten mussten am Samstag für eine Aussprache zum Thema Verfassungsschutz den Saal verlassen. Es gehe bei der Diskussion um sensible Daten, argumentierte eines der rund 120 anwesenden JA-Mitglieder. Nach dem Tagesordnungspunkt sollte die Presse wieder zugelassen werden.

Der taz wurde von vornherein die Akkreditierung verwehrt. Das machte die Zeitung in ihrem Hausblog publik. „Hintergrund scheinen Kommentare der zuständigen taz-Korrespondentin zu sein, die der JA nicht gefallen“, heißt es da. „Das zeigt, welch schwieriges Verhältnis zur Pressefreiheit JA und AfD haben“, sagt deren stellvertretende Chefredakteurin Barbara Junge.

JA-Chef Damian Lohr äußerte sich auf Nachfrage des Tagesspiegel-Redakteure Matthias Meisner folgendermaßen:

Die taz-Korrespondentin Sabine am Orde hatte in einem Kommentar geschrieben, Teile der AfD seien völkisch-nationalistisch und antidemokratisch. Außerdem hatte sie alle Demokraten zum Engagement gegen die AfD aufgerufen, weil diese „allein mit nachrichtendienstlichen Mitteln“ nicht zu besiegen sei.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte im Januar angekündigt, bei der AfD-Nachwuchsorganisation wie auch beim rechtsnationalen „Flügel“ der AfD genauer hinzuschauen. Es erklärte beide Gruppierungen zum Verdachtsfall. Das ist immer dann der Fall, wenn nach Auffassung der Verfassungsschützer „hinreichend gewichtige Anhaltspunkte“ dafür vorliegen, „dass es sich um eine extremistische Bestrebung handelt“.

Zu Beginn des Bundeskongresses stellte sich der AfD-Bundestagsabgeordnete und Landeschef in Sachsen-Anhalt, Martin Reichardt, vor die JA. Er rief sie aber auch zur Mäßigung auf.

Jugendorganisationen seien immer rebellischer und provokanter als die Mutterpartei, sagte Reichardt. Es sei gut, wenn die Jungen die Alten in der Partei gelegentlich trieben. „Aber seid dabei klug und geht nicht jenen auf den Leim, denen die dröhnende Phrase wichtiger ist als das programmatisch politische Denken und die politische Arbeit“, sagte Reichardt. Die JA wollte auf dem Bundeskongress einen neuen Vorstand wählen und über eine Satzungsänderung diskutieren.

soas (mit Material von dpa)