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#WirVsVirus: Wie ein Hackathon Lösungen für die Corona-Krise finden soll

Foto: ConvertKit / Unsplash / Bearbeitung: jetzt

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Das Coronavirus Covid-19 stellt die globale Gesellschaft vor Probleme, wie es sie in dieser Dringlichkeit lange nicht gegeben hat. Das ist schlimm. Zugleich sind wir 2020 zumindest besser auf eine solche Katastrophe vorbereitet als noch vor 100 Jahren: Alte Probleme treffen im digitalen Zeitalter auf neue Lösungsansätze. Das will auch der an diesem Wochenende anstehende Hackathon #WirVsVirus beweisen, der unter der Schirmherrschaft der deutschen Bundesregierung stattfindet.

Bei einem Hackathon geht es generell darum, innerhalb eines begrenzten Zeitraumes – etwa an einem Wochenende – interdisziplinär kreative Lösungen für ein größeres Problem zu finden. Interdisziplinär bedeutet in dem Fall, dass jede Perspektive wichtig ist und alle Menschen willkommen sind: „Egal, ob Mediziner*innen, Designer*innen, Programmierer*innen, Psycholog*innen, Lehrer*innen, wir freuen uns über wirklich jede Anmeldung“, erzählt die 28-jährige Anna Hupperth, Mitorganisatorin des Hackathons der Bundesregierung. 

Bei dem Hackathon unter dem Hashtag #WirVsVirus soll es eben darum gehen, neue Lösungen für Herausforderungen zu finden, die im Zuge der Corona-Krise entstanden sind. Wie kann man die Menschen richtig informieren? Wie kann man sie beim Arbeiten zu Hause und bei der Kinderbetreuung unterstützen? Solche Fragen gibt es genug. Vorbild für die Veranstaltung ist Estland, wo vergangenes Wochenende bereits ein ähnlicher Hackathon stattfand. Dem Deutschlandfunk zufolge haben dort die Teilnehmenden 30 Anwendungen geschaffen, darunter Hilfsnetzwerke, einen Chatbot, der Fragen zum Coronavirus beantwortet, und einen Stellenmarkt, bei dem Student*innen und Tutor*innen zusammenfinden.

Innerhalb einer Woche hat sich nun das Bundeskanzleramt bereit erklärt, die Schirmherrschaft zu übernehmen, in der Kabinettssitzung vergangenen Dienstag stellte sich die gesamte Bundesregierung hinter das Projekt. Und warum auch nicht? Aktuell kann es ja gar nicht genug Vorschläge geben, wie man die Situation verbessern kann.

Mehr als 700 Themenvorschläge wurden für den Hackathon eingereicht

Die Idee kam von sieben sozialen Initiativen, die nun auch die Hauptorganisatoren sind. Obwohl die Idee offensichtlich gut war, sind die Initiator*innen doch von dem Andrang überrascht: „Wir haben mehr als 15 000 Anmeldungen“, sagt Anna, „über 500 Menschen haben sich als Mentor*innen zur Verfügung gestellt.“ Mentor*innen haben bei einem Hackathon die Aufgabe, die Teams, die sich herausbilden, mit ihrem Know-how zu unterstützen. Für dieses Wochenende haben sich da beispielsweise Personen wie die Staatsministerin für Digitales Dorothee Bär (CDU) zur Verfügung gestellt. 

Zugleich wurden auch ein Haufen Themen eingereicht, die man am Wochenende bearbeiten könnte: Stand Donnerstagmittag waren es bereits über 700. Welche davon am Ende bearbeitet werden, ist noch nicht klar, erst einmal werden sie sortiert, zusammengefasst und Dopplungen aussortiert. Am Samstag können sich die Menschen dann selbst für Problemlösungen einteilen, die sie thematisch interessieren. Die Gruppen treffen sich dafür erst mal auf Slack – einem Messenger-Programm, das von vielen digitalen Unternehmen benutzt wird. Und dann? „Die Gruppen entscheiden selber, wie es weitergeht und wie sie arbeiten wollen“, sagt Anna. Ansonsten schreiben die Menschen, die den Hackathon organisieren, gerade auch ein Konzept, wie die Vorschläge, die erarbeitet werden, auch tatsächlich umgesetzt werden können. 

Ob am Wochenende tatsächlich anwendbare und finanzierbare Lösungsansätze für aktuelle Probleme gefunden werden, kann man noch nicht sagen. Ein Hackathon ermöglicht es jedenfalls, dass die Menschen trotz Ansteckungsgefahr zusammenkommen, Wissen austauschen und Fortschritt ermöglichen können. Jetzt heißt eben: Wir gegen den Virus. Anmelden kann sich jede und jeder bis zum Freitag, den 20. März, um 14 Uhr

mpu

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