„Jeder Thüringer Wanderverein ist diverser“

Armin Laschet war zu Besuch bei der CDU im Ruhrgebiet. Ein Foto des Treffens sehen viele als Beleg für die mangelnde Diversität der Partei.
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So viele Männerhemden: Ministerpräsident Armin Laschet zu Besuch bei der CDU Ruhr.

Foto: dpa / Bernd Thissen

Die CDU Ruhr hat sich vermutlich sehr auf diesen Termin gefreut: Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, kommt zum Auftakt des Kommunal-Wahlkampfs zu Besuch nach Castrop-Rauxel, um OB- und Landratskandidaten der CDU zu unterstützen. Und dann noch so ein kraftstrotzender und gleichzeitig nachhaltiger Programmpunkt: Bäume pflanzen mit dem Ministerpräsidenten. Sommer, Sonne, Männerschweiß. Oder wie die Ruhrnachrichten titelten: „Schwitzende Männer im Wald – Armin Laschet zu Besuch in Castrop-Rauxel“. Doch dieser Titel dürfte noch der positivste Effekt der CDU-Veranstaltung am vergangenen Freitag sein. Denn: Die Teilnehmer waren offenbar zu 100 Prozent männlich. Außerdem: weiß. Und, naja: nicht mehr ganz so jung wie die gepflanzten Bäumchen.

Aus diesem Grund geht auf Twitter gerade ein Foto des Treffens um, das die CDU NRW ursprünglich sicher nicht ohne Stolz gepostet hat: Armin Laschet im Wald, umringt von Stehtischen, CDU-Roll-ups – und 16 wenig bis überhaupt nicht diversen, behemdeten Männern.

Das Foto ist für die allermeisten Kommentator*innen Anlass zu Kritik an der mangelnden Repräsentation der Partei – und für einige ein weiteres Beispiel dafür, dass die Frauenquote, die die CDU zumindest für ihre Vorstände beschlossen hat, dringend nötig ist. Denn: Welche Gesellschaft will die Partei mit so viel Männerschweiß abbilden? Das hat sich Felix Banaszak, Landesvorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, gefragt, als er das Foto sah. Er bekam aufschlussreiche Antworten:

Eine Nutzerin findet allerdings, dass dieses Foto durchaus repräsentativ für unsere Gesellschaft sei – nicht im Hinblick auf Geschlecht, Migrationsgeschichte oder Alter, aber zumindest, wenn es um den Umgang mit den Corona-Beschränkungen geht:

Ein anderer Nutzer wies darauf hin, dass die Männer im Wald zumindest nicht alleine sind mit ihrem Gruppenfoto. Manche*r dürfte sich da auch an das Gruppenfoto erinnert fühlen, mit dem Horst Seehofer 2018 seine Führungsmannschaft des Bundesinnenministeriums vorstellte

Falls nun jemand denkt, da würden sich nur Frauen beschweren: Tatsächlich kritisieren auf Twitter mindestens so viele Männer die CDU NRW für ihr Gruppenfoto und die mangelnde Diversität, für die es aus ihrer Sicht steht. Vereinzelt gibt es aber auch Stimmen, die sich dem Bashing nicht uneingeschränkt anschließen wollen. Dieser Nutzer etwa sieht die Verantwortung nicht nur bei der CDU:

Eine Reaktion der CDU NRW oder von Armin Laschet ist auf Twitter bisher nicht zu finden. Auch das Meme-Potenzial des Gruppenfotos ist noch nicht völlig ausgeschöpft. Sollte sich jemand langweilen, hätte dieser Nutzer hier schon mal einen Vorschlag:

lesa

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