[object Object]

Foto: Florian Peljak

Seit Wochen streiken jeden Freitag Tausende Schüler für eine bessere Klimapolitik. Reagiert haben Politiker bisher aber wenig bis gar nicht. Das soll sich nun ändern, zumindest in Bayern. Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber plant zwei Klimakonferenzen, in denen er mit den Schülern in ein persönliches Gespräch treten und sich ihr Anliegen anhören möchte. Dem Bayerischen Rundfunk sagt er: „Das ausdauernde und sichtbare Engagement der jungen Menschen auf Bayerns Straßen spricht eine deutliche Sprache.“

Seit August vergangenen Jahres schwänzt die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg jeden Freitag die Schule, um vor dem Parlament in Stockholm für den Klimaschutz zu streiken. Und nicht nur sie: Mit ihrem Einsatz begeistert und inspiriert die 16-Jährige unzählige Schüler und Schülerinnen weltweit, die es ihr nachmachen und eigene Klimastreiks organisieren. Auch in vielen deutschen Städten finden sich jeden Freitag Hunderte bis Tausende zusammen, die anstatt zur Schule zu gehen lieber für eine bessere Klimapolitik streiken. 

Der Demonstrationswillen der Schüler ist ungebrochen 

Mit „Fridays for Future“ bekommt die Bewegung einen Namen, bei der sich mittlerweile nicht mehr nur Schüler, sondern auch Studenten und andere junge Klimaschützer engagieren. Mittlerweile existieren alleine in Deutschland über 160 regionale Whatsapp-Gruppen, einige Organisatoren der Streiks werden zu Talkshows eingeladen und die Medien berichten ausführlich über die wöchentlichen Streiks. Die Aufmerksamkeit ist also riesig, der Demonstrationswillen der Schüler ungebrochen. 

Die Klimakonferenzen für die jungen Aktivisten sollen schon recht bald abgehalten werden. Dem BR zufolge soll bereits nach den Faschingsferien an zwei Freitagnachmittagen über Wünsche und Vorstellungen der Demonstranten diskutiert werden. Die Organisatoren der „Fridays for Future“-Streiks in München finden das zunächst gut. Die Studentin Antonia Messerschmitt ist eine von ihnen. Die 19-Jährige organisiert die Proteste mit einigen anderen und sagt zum Vorhaben Glaubers: „Eine Gesprächseinladung wie diese gibt uns das Gefühl, von der Politik ernst genommen zu werden.“ 

Trotzdem zeigen sich die jungen Aktivisten noch vorsichtig. Zwar sei dies ein erster Schritt, doch sie stellen auch Ansprüche an die Diskussion mit dem Umweltminister: „Wir wollen, dass das Gespräch auf Augenhöhe stattfindet. Es soll sich nicht so anfühlen, als würde der große Politiker jetzt mit den kleinen Schülern sprechen“, sagt Antonia. 

„Wir werden weiter streiken, bis die Politik handelt“

Die Jugend-Konferenz dürfte auch der Versuch Glaubers sein, das Problem zu lösen, dass die Schüler für ihre Klimastreiks regelmäßig den Unterricht schwänzen. „Das wird nichts bringen“, stellt Antonia entschlossen klar, „wir werden weiter streiken, bis die Politik handelt.“ Daran ändere auch ein Gespräch mit Umweltminister Glauber nichts. 

Was die jungen Klimaaktivisten konkret fordern, schreiben sie momentan in einem Grundsatzpapier auf. Das soll spätestens bis zur nächsten großen Demonstration am 15. März veröffentlicht werden, wenn Schüler aus aller Welt zusammen auf die Straße gehen und gegen die aktuelle Klimapolitik streiken. Dazu haben bereits junge Menschen aus über 40 Ländern ihre Teilnahme angekündigt. Dass die Politik nun endlich Reaktion zeigt, ist aus Sicht der jungen Klimaschützer dringend notwendig, denn einfach Aussitzen kann sie die Schülerbewegung nicht – das geben Antonia und ihre Mitstreiter deutlich zu spüren. „Gesprochen wird bereits viel, wir wollen Handlungen sehen.“