Berichte über Greta Thunberg sollen in Ungarn zensiert werden

Greta hat einen neuen Gegner: die ungarische Regierung – beziehungsweise die staatseigene Rundfunkorganisation.
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Greta Thunberg auf einer Demonstration in Bristol Ende Februar.

Foto: Leon Neal / Getty Images

Über Migration, Terror in Europa, Kirchenangelegenheiten und Greta Thunberg sollen ungarische Staatsmedien in Zukunft nicht mehr ohne Erlaubnis berichten dürfen. Vermeintlich kritische Akteure und Themen sollen auf speziellen Listen aufgeführt sein. Ungarische Journalist*innen, die für staatliche Medien arbeiten, benötigen demnach Genehmigungen von höherer Stelle des Media Service Support and Asset Management Fund (MTVA), einer staatlichen Medienholding, die etwa mit der BBC in Großbritannien zu vergleichen ist.

Das berichtet zumindest das Politik-Magazin Politico Europe. Das Magazin beruft sich auf Screenshots von Mails, die ungarische Journalist*innen von leitenden Redakteur*innen der ungarischen Nachrichtenagentur MTI, einem Kooperationspartner des MTVA, erhalten haben sollen. Die Mails wurden Politico anonym zugespielt, da die Journalist*innen Repressalien befürchten.

Auch Greta sei auf den Liste mit genehmigungspflichtigen Themen zu finden. Die 17-Jährige reagierte auf Twitter mit Sarkasmus und einem Appell für Demokratie und Pressefreiheit auf die Neuigkeit:

Im Fall der schwedischen Klimaaktivistin müsse bereits eine Genehmigung beantragt werden, bevor überhaupt mit dem Schreiben begonnen werde könne, heißt es bei Politico. Die ungarische Tageszeitung Népszava soll bereits im Sommer zensiert worden sein. Berichte von NGOs wie Amnesty International oder Human Rights Watch durften dort scheinbar nicht veröffentlicht werden. Seitdem Viktor Orbán 2010 in Ungarn an die Macht gekommen ist, beklagen viele einen massiven Eingriff in die Pressefreiheit und kritisieren die fortdauernde Zensur. Die NGO Reporter ohne Grenzen stuft Ungarn auf der Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 87 von 180 ein.

bing

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