Die Junge Union Berlin feiert Weihnachten mit „Schlager gegen links“

Blöd nur, dass sich inzwischen auch ungebetene Besucher*innen ankündigen.

Wegen des großen Interesses an der „Schlager gegen links“-Party muss sich die JU jetzt nach einem neuen Veranstaltungsort umschauen.

Screenshot: Facebook/Junge Union Berlin Mitte

Gegen angebliche „aufkeimende Sozialismusfantasien, Enteignungsdebatten und Verharmlosungen des Unrechts-Charakters der DDR“ durch die Berliner rot-rot-grüne Regierung will die Junge Union Berlin Mitte jetzt endlich mal angehen – und zwar mit ihrer Weihnachtsfeier. Die steht in diesem Jahr unter dem (ernstgemeinten?!) Motto „Schlager gegen Links“.

Egal, wie ironisch das eventuell gemeint sein könnte – bitter auflachen lässt die Einladung viele dennoch. In einem Jahr, in dem in Halle zwei Menschen bei einem rechtsextremen Terroranschlag ermordet wurden, in dem der CDU-Politiker Walter Lübcke von einem Neonazi erschossen wurde, und in dem die AfD in gleich drei Bundesländern bei den Wahlen im Herbst zweitstärkste Kraft geworden ist, könnten auch junge Konservative zumindest mal drüber nachdenken, wie wichtig es wirklich ist, jetzt endlich mal eine Party gegen links zu veranstalten und das mit lustigen Schlagerhits zu verbinden.

Die JU hat angekündigt, den Veranstaltungsort aufgrund der hohen Nachfrage ändern zu müssen

Aus diesem Grund wissen viele Menschen offenbar gar nicht, wie sie ihr Entsetzen ausdrücken sollen. Kevin Kühnert, Vorsitzender der Jusos, versucht es mit Humor:

Es würde demnach keine Überraschung, wenn die Jusos und Gleichgesinnte die Veranstaltung crashen würden. Kühnert ruft sogar zu Fahrgemeinschaften auf – und auf Facebook interessieren sich zwei Tage nach Veröffentlichung schon etwa 4000 Menschen für die Veranstaltung, fast 3000 haben zugesagt. Die JU hat angekündigt, den Veranstaltungsort aufgrund der hohen Nachfrage ändern zu müssen.

Sven Kohlmeier, Sprecher der SPD-Fraktion für Rechts- und Netzpolitik im Berliner Abgeordnetenhaus, fragt sich dagegen ehrlich ensetzt, ob sich die CDU nicht lieber mal mit rechten Positionen auseinandersetzen sollte:

Der Linkenpolitiker Ferat Ali Kocak versucht es mit einem Lachen:

Und die Heute Show findet wie so oft passende Worte:

Bleibt also abzuwarten, was am 29. November passiert. Das Internet wird sicherlich erfahren, ob die jungen Konservativen zu Helene Fischer schunkeln oder ob die Party von einem Haufen linker Aktivist*innen überschwemmt wird, die „Bella Ciao“ singen.

soas

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