Sheepworld-Gründer nennt Carola Rackete „Menschenhändlerin“

Ein Unternehmen beendet daraufhin die Zusammenarbeit.

Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete.

Foto: Matteo Guidelli/AP

„Ohne dich ist alles doof“ – Die meisten kennen diesen Spruch in Verbindung mit niedlichen, puffig-wolkigen Schafen, gedruckt auf Tassen, Bleistifte, Dosen und T-Shirts. Dahinter steckt das Unternehmen Sheepworld – wo es allerdings nicht ganz so kuschelig zugeht, wie man angesichts der Produkte vielleicht vermutet hätte. Denn gerade hat das Unternehmen unfreiwillig einen Kooperationspartner verloren.

„Human Blood“ kündigte die Zusammenarbeit auf, weil sich der Sheepworld-Gründer Tobias Hiltl auf seinem privaten Facebook-Account vermehrt rassistisch geäußert habe. Zuletzt habe er die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete als „Schepperin und Menschenhändlerin“ bezeichnet. Das wollte das Amberger Modelabel offenbar nicht tolerieren. Bei Prominenten sind Human-Blood-Klamotten sehr angesagt: Schauspieler Jan-Josef Liefers trägt sie, Moderatorin Dunja Hayali auch.

Benjamin Hartmann, Gründer des Modelabels, erklärte diesen Schritt gegenüber jetzt: „Das passt gar nicht zu uns, das geht gar nicht. Da haben wir sofort Konsequenzen gezogen.“ Solche Äußerungen seien nicht hinnehmbar, auch, wenn durch das Ende der Kooperation sehr viel Geld verloren gehe. In einer Stellungnahme von Human Blood heißt es zudem: „Wir waren stolz, eine Firma, die auf eine so lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken kann, als Partner für unsere Marke gewonnen zu haben. Leider haben wir nicht gründlich recherchiert und nun durch aufmerksame Fans unserer Marke erfahren, dass der Gründer und Vorstand der Sheepworld AG, Tobias Hiltl, auf seinem privaten Facebook-Profil gegen Flüchtlinge hetzt.“

Das Profil des Sheepworld-Gründers Tobias Hiltl ist mittlerweile nicht mehr verfügbar. Hiltl habe im Nachhinein Druck gemacht, erzählt Human-Blood-Gründer Hartmann: „Jetzt sei ich schuld daran, wenn Jobs auf dem Spiel stünden. Dazu kann ich nur sagen: Man sollte sich überlegen, wie man sich politisch äußert.“ Hartmann selbst habe für seine Entscheidung viel positiven Zuspruch bekommen.

Gegenüber der Amberger Zeitung wehrte sich Hiltl gegen den Vorwurf, Rassist zu sein: „Heute darf man seine Meinung nur mehr äußern, wenn sie dem Mainstream entspricht. Und der ist links-grün“, zitiert ihn die Zeitung. Seine Facebook-Beiträge bestreitet er nicht.

Sheepworld äußerte sich am Freitagvormittag auf der Facebookseite des Unternehmens zu den politischen Ansichten des Gründers: „Es tut uns leid, wenn die Äußerungen von Tobias Hiltl für Unmut bei Euch gesorgt haben“, schreibt das Unternehmen an seine Kunden.

Für Hartmann kein Grund, seine Entscheidung zu überdenken, erzählt er. Er bleibt dabei. Und geht sogar noch einen Schritt weiter: Das Geld, das Human Blood bisher durch die Kooperation verdient hat, möchte er an Seenotrettung spenden.

soas