Trump gratuliert dem falschen Bundesstaat zum Super-Bowl-Sieg

Die Kansas City Chiefs kommen halt einfach nicht aus Kansas. Das Internet tobt – es ist schließlich nicht sein erster geographischer Schnitzer.
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Foto: Evan Vucci / AP; Screenshot: Twitter @realDonaldTrump; Bearbeitung: jetzt

Es gibt bestimmte Dinge, die sollte man einfach wissen, und zwar am besten auswendig. Die PIN des eigenen Kontos etwa, wo der Hausschlüssel ist, oder wann die eigene Mutter Geburtstag hat. Und wenn man der Präsident der Vereinigten Staaten ist, wäre es vorteilhaft, wenn man sich in den Vereinigten Staaten auch einigermaßen gut auskennen würde.

Dass das nicht unbedingt selbstverständlich ist, hat Donald Trump mal wieder eindrucksvoll bewiesen, und das ausgerechnet zu einem der größten gesellschaftlichen Events der USA. Auf Twitter gratulierte er nach dem Super-Bowl-Finale der Gewinnermannschaft, den Kansas City Chiefs,  mit den folgenden Worten: „Glückwünsche an die Kansas City Chiefs für ein großartiges Spiel, unter enormem Druck. Ihr repräseniert den Großen Staat Kansas und, tatsächlich, die gesamten USA, so sehr gut. Unser Land ist STOLZ AUF EUCH!“ 

Nette Nachricht. Blöd nur, dass Kansas City nicht in Kansas liegt. Sondern im Bundestaat Missouri. Autsch.

Trump hat den Irrtum wohl schnell bemerkt und löschte den Tweet. Allerdings haben viele Menschen unter die zweite Version – diesmal mit dem richtigen Bundestaat – Screenshots von der alten Version gepostet. Das Internet vergisst eben nicht. Und in diesem Fall vergibt es auch nicht.

Nun gut, könnte man sagen, ist der Fehler wirklich so schlimm? Es ist doch irgendwie naheliegend, dass Kansas City auch im Bundesstaat Kansas liegt? Schließlich ist Mexiko-Stadt ja auch in Mexiko und die mindestens genauso bekannte Weltstadt Saarbrücken liegt im Saarland. Außerdem zeigt ein Blick auf die Karte auch, dass Kansas vielleicht nicht direkt im State Kansas, aber immerhin ganz nah daneben verortet ist.

Auf der anderen Seite: Was würden die Deutschen sagen, wenn die Kanzlerin mal eben Frankfurt am Main und Frankfurt an der Oder verwechseln würde? Eben. Kein Wunder, dass sich auf Twitter auch einige User*innen über Trumps Kansas-Fehler amüsierten.

Dass der Tweet einen mit Unbehagen zurücklässt, liegt nicht nur am Peinlichkeitsfaktor, sondern auch daran, dass es nicht der erste Erdkunde-Irrtum des wohl mächtigsten Manns der Welt ist. Nein, es ist nur vorläufige Höhepunkt einer langen Reihe von Fehlern – und damit sind nicht covfefe-Typos gemeint.

Unter den geographischen Fehlern finden sich Kleinode wie damals, als Trump den Balkan und das Baltikum verwechselte – und die Staatssführer von Lettland, Litauen und Estland dafür kritisierte, dass ihre Staaten in den Neunzigern den Krieg losgetreten hätten, der zum Auseinanderbrechen Jugoslawiens geführt hätte. Oder als er in einer Rede sagte, dass Belgien eine wirklich „großartige Stadt“ sei.  Oder als er 2017 zu dem indischen Premierminister Narendra Modi sagte: „Es ist ja schließlich nicht so, als ob ihr eine Grenze mit China teilen würdet.“ Oder als er dachte, dass Irland zum UK gehört. Oder, oder, oder.

Klar ist es spaßig, sich über das Unwissen des momentanen US-Präsidenten lustig zu machen. Die Konsequenzen seiner Ignoranz sind dagegen nicht so witzig. In so einer Atmosphäre bleibt nur zu hoffen, dass Donald J. Trump nicht irgendwann einen Schnitzer begeht, der ernsthafte Konsequenzen hat.

mpu

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