Nachdem ein junger Mann vergangenen Monat Donald Trumps Stern auf dem Walk of Fame mit einer Spitzhacke zertrümmert hat, scheint es für viele Amerikaner nichts Wichtigeres mehr zu geben als die Frage, ob der Name des US-Präsidenten dort nun überhaupt hingehört oder nicht.

Am Montagabend beriet darüber auch der Stadtrat von West-Hollywood – und entschied einstimmig, dass dem nicht so sei. Er drängte die zuständige Handelskammer mit einem Schreiben dazu, den Stern vom Walk of Fame zu entfernen. Trumps Verhalten gegenüber Frauen sei ebenso wenig mit den Werten Hollywoods zu vereinbaren wie seine politischen Entscheidungen. Die Handelskammer reagierte bisher noch nicht darauf.

Der Kampf um die Entfernung oder Nicht-Entfernung von Trumps Stern auf dem Walk of Fame geht aber auch ohne eine offizielle Entscheidung bereits in die nächste Runde: Am frühen Donnerstagmorgen schien sich Donald Trumps Stern plötzlich vervielfacht zu haben.

Trump-Anhänger, die sich „The Faction“ nennen, installierten offenbar über Nacht Dutzende neue Sterne. Auf Twitter veröffentlichten sie ein Video von ihrer Aktion und drohten dazu: „Versucht weiter, den Walk-of-Fame-Stern des Präsidenten loszuwerden und wir werden einen endlosen Strom an Sternen installieren.“

Die Sterne bestanden offenbar aus Vinyl und hatten Klebstoff auf ihrer Rückseite. Rund 1000 US-Dollar soll die Herstellung gekostet haben. Zuerst klebte die Gruppe nur die Sterne auf freie Platten auf dem Walk of Fame, erst dann ergänzten sie den Namen des US-Präsidenten darauf. Der verantwortliche Künstler, der anonym bleiben will, erklärte das vorsichtige Vorgehen The Hollywood Reporter gegenüber so: „Ich wollte nicht von hinten eine über den Schädel gezogen bekommen.“

Er glaube nämlich, dass das „Trump Derangement Syndrome“ der Passanten ihm gefährlich werden könnte. Diesen Begriff verwenden vor allem Rechte, um zu beschreiben, dass der Hass Linker gegen den US-Präsidenten Trump krankhafte Züge annähme, so dass Trump-Gegner nicht mehr zurechnungsfähig seien und einfach alles bedrohlich fänden, was mit Trump zu tun hat.

„Würden die Sterne nicht weggekratzt, könnten sie bis zu zehn Jahre hier bleiben“, sagte der Künstler außerdem. Seine Ahnung bestätigte sich schon wenige Stunden nach der Aktion: The Hollywood Reporter berichtete, dass eine Reinigungsfirma am Donnerstag bereits um fünf Uhr morgens begann, die Sterne zu entfernen. Sie hätten rund 50 davon gefunden.

lath

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