Es gibt Bilder, die sich ins kollektive Gedächtnis brennen. Jene vom elften September 2001, zum Beispiel. Das neunjährige Kind, das nach einem Napalm-Angriff während des Vietnam-Krieges aus ihrem Ort flieht. Oder das afghanische Mädchen, das 1985 auf dem Cover des Magazins National Geographic abgebildet war. Es gilt bis heute als eines der bekanntesten Magazincover weltweit.

Für die aktuelle Juni-Ausgabe hat National Geographic wieder ein Cover gedruckt, über das man vielleicht noch in Jahrzehnten sprechen wird. Eine Illustration, die eine riesige, im Meer treibende Plastiktüte zeigt. Und zwar so, dass sie über dem Meeresspiegel aussieht wie ein Eisberg, darunter aber zum Plastik-Monstrum wird. Dazu diese Frage: „Planet or plastic?“

Der mexikanische Künstler Jorge Gamboa hat die Illustration „Iceberg Plástico“ gestaltet – und wurde dafür bereits ausgezeichnet. Bei der bolivianischen Poster-Biennale 2017 gewann er dafür den ersten Preis in der Kategorie „Political or Social Posters“. Gamboa greift mit seiner Illustration eines der meistdiskutierten Umweltprobleme unserer Zeit auf: die Milliarden Tonnen Plastikmüll, die Menschen verantwortungslos in die Meere werfen.

Seit National Geographic das Bild nun auf sein Cover gehievt hat, ploppen unzählige begeisterte Twitter-Posts auf. Viele User nennen das Cover „brilliant“ und „eines für die Ewigkeit“:

Was wir allerdings nicht wissen: Werden wir das Bild in Jahrzehnten anschauen und sagen können, dass diese Zeiten zum Glück vorbei sind – oder werden wir dann zugeben müssen, dass wir trotz besseren Wissens nichts geändert haben?

jwh

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