Junge Schwarze Frau richtet deutliche Worte an die Polizei

Hunderttausende feiern sie dafür und teilen das Video der Rede in den sozialen Medien.

Keiajah Brooks ist 20 Jahre alt, sie ist Schwarz und sie ist verdammt wütend. Und jetzt auch noch berühmt, zumindest ein bisschen. Denn eine Rede der jungen Frau, die in Kansas City (Missouri, USA) lebt, wird gerade massiv im Internet verbreitet – und gefeiert. 

Es entstand während eines monatlichen Treffens der lokalen Polizei in Kansas City, bei dem auch öffentliche Redebeiträge von Bürger*innen zugelassen waren. Vor Keiajah sprachen mehrere andere Aktivist*innen. Keiajah schließlich richtete sich unter anderem direkt an den Vorstand der Polizei. Sie warf der Behörde vor, auf ihren Plakaten immer wieder mit Schwarzen Kindern zu posieren und gleichzeitig gegenüber jugendlichen und erwachsenen Schwarzen massive Gewalt  anzuwenden. „Jetzt sind sie süß, aber in zehn Jahren sind sie für euch Verdächtige“, sagte sie. Keiajah Brooks begann ihre Rede mit einer Warnung an die Vorstandsmitglieder: „Faire Warnung: Ich bin nicht nett und ich versuche nicht, respektvoll zu sein.“ Sie bitte die Polizei um nichts – „denn ihr könnt nicht gleichzeitig meine Retter und meine Unterdrücker sein“, sagte sie.

Sie richtete sich mit ihrer Kritik direkt an einige der anwesenden Polizist*innen. „Wir haben alle nur ein Leben. Und alle in diesem Raum Anwesenden haben sich dazu entschieden, davon zu profitieren, dass sie andere Menschen unterdrücken“, sagte sie.

Auf Twitter schreibt sie, dass die Verantwortlichen erst versucht hätten, ihren Namen auf der Liste der Redner*innen auszulassen und öffentliche Beiträge zu beenden. „Dann bin ich einfach auf die Bühne gegangen“, schreibt die Aktivistin weiter.

Ggenüber Buzzfeed News sagte die 20-Jährige, dass sie nach der Rede, die unter anderem auf Instagram und Twitter sowie auf Youtube geteilt wurde, sehr viel Unterstützung bekommen habe. Keiajah Brooks steht der Black-Lives-Matter-Bewegung in Kansas vor und engagiert sich schon lange gegen Polizeigewalt und Diskriminierung von Minderheiten. Im September wurde sie mit einer Auszeichnung für ihr Engagement gegen Rassismus und Polizeigewalt geehrt: 

Den Daten des Projekts „Mapping Police Violence“ zufolge hat Kansas City die zehnthöchste Rate an von Polizist*innen begangenen Morden aller Städte in den Vereinigten Staaten. Auch in Kansas City gingen in den vergangenen Monaten vermehrt Menschen auf die Straße, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren. Immer wieder wurde auch der Rücktritt des Polizeichefs der Stadt, Rick Smith, gefordert, ebenso eine grundlegende Reform der Polizei. Tatsächlich hat sich in Folge zumindest einiges getan: Die Polizeidienststelle hat mehrere Reformen eingeleitet, darunter die Anschaffung von Bodycams für Polizist*innen, eine externe Untersuchung von Schießereien, an denen Beamte beteiligt sind, sowie die Überprüfung des Einsatzes von Tränengas gegenüber Protestierenden.  

soas

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