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Greta Thunberg fährt Deutsche Bahn

Bild: Twitter

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Greta Thunberg hat in den vergangenen Monaten zwei Mal den Atlantik mit einem Schiff überquert. Sie ist in öffentlichen Verkehrsmitteln durch Amerika gereist, was wirklich kein einfaches Unterfangen ist. Und ist Tausende Kilometer mit der Bahn durch Europa gefahren.

Nachdem sie auf der Klimakonferenz in Madrid, die heute mit einem Minimal-Ergebnis zu Ende gegangen ist, erneut eine vielbeachtete Rede gehalten hat und kurz darauf vom US-Präsidenten per Tweet für ihr „Time Magazine“-Cover schwach von der Seite angeredet wurde, hat sie sich gestern endlich auf den Weg nach Hause gemacht. Natürlich mit dem Zug.

Ein Bild, das sie auf Twitter von ihrer Reise geteilt hat, hat nun viele Menschen hierzulande sehr amüsiert. Denn Greta Thunberg hat scheinbar ihre Zugfahrt quer durch Deutschland auf die ganz traditionelle Art verbracht: in einem überfüllten ICE auf dem Boden sitzend.

Und damit hat sie eine Art des Reisens kennengelernt, die in Deutschland nicht unüblich zu sein scheint, wenn man sich die Twitter-Reaktionen ansieht. Greta ist nun offiziell Mitglied im Club der Reservierungs-Geschädigten:

Offenbar geht es aber noch ein bisschen deutscher. Denn natürlich muss man Greta Thunberg erst mal auf einige fatale Fehler aufmerksam machen, die sie bei dieser Reise begangen hat.

 Leider ist Greta Thunberg noch zu jung für den alten Trick der Bahn-Experten, sich direkt ins Bistro zu begeben, ein bis fünf Pils zu vernichten und so in einen heiteren Zustand der absoluten Gleichgültigkeit zu versinken.

Manch einer sorgte sich um die Auswirkungen, die das Foto auf die Arbeit von Bahn-Mitarbeitern haben würde.

Die Pressestelle der Deutschen Bahn verstand den Halbsatz offensichtlich als Angriff auf ihre Marke und widersprach Greta Thunbergs Darstellung der Ereignisse recht deutlich. 

Hat Greta Thunberg wirklich gelogen? Oder etwa gar die Deutsche Bahn? Und warum per Subtweet? Oder vielleicht war es doch ganz anders? Ein Passagier glaubt, eine Antwort auf diesen Sitzplatz-Streit zu haben. Schuld war nämlich möglicherweise ein kaputter Zug. 

Die Deutsche Bahn teilte inzwischen mit, dass Greta Thunberg auf ihrer sechsstündigen Reise von Frankfurt nach Hamburg immerhin zwei Stunden lang zwischen Kassel und Hamburg auf einem Sitzplatz in der ersten Klasse reiste. Sie sei wie die zahlreichen weiteren Fahrgäste im Zug „freundlich und kompetent“ vom Zugteam der Deutschen Bahn an ihrem Sitzplatz in der Ersten Klasse betreut worden, hieß es.

Auch Greta Thunberg erklärte noch einmal genau, was es mit dem Tweet auf sich hatte und dass sie überhaupt nicht die Absicht gehabt habe, der Deutschen Bahn ans Bein zu pinkeln. Im Gegenteil: Volle Züge seien ein großartiges Zeichen!

Neben den erhitzten Reaktionen einiger Twitterer und der Bahn baten andere darum, doch die Kirche im Dorf und etwaige Verschwörungstheorien einfach mal bleiben zu lassen.

Während in Deutschland also großer Diskussionsbedarf über den Tweet von Greta Thunberg herrscht, dürfte der das Thema vermutlich recht egal sein. Sie ist mittlerweile zu Hause angekommen, wo sie mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester über die Weihnachtsfeiertage eine kurze Pause von ihrem Leben als Gallionsfigur der Klimaschutzbewegung machen kann. Danach geht es wieder weiter - hoffentlich mit Sitzplatzreservierung.

chwae

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