Drei Fastende teilen ihre Ramadan-Lieblingsrezepte

Die Pandemie erschwert den Fastenmonat Ramadan – leckeres Essen nach Anbruch der Dunkelheit gibt es dennoch.
Fotos: sablinstanislav, Vladimir, AdobeStock / Kamran Aydinov, freepik

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Die Pandemie erschwert den Fastenmonat Ramadan – leckeres Essen nach Anbruch der Dunkelheit gibt es dennoch.

Fotos: sablinstanislav, Vladimir, AdobeStock / Kamran Aydinov, freepik

Auch in diesem Jahr fasten im Ramadan in Deutschland wieder Tausende Muslim*innen. Eigentlich ist der Fastenmonat eine gesellige Zeit: Untertags nehmen die Fastenden zwar weder Flüssigkeiten noch feste Nahrung zu sich – aber nach Sonnenuntergang wird gemeinsam mit Freund*innen und Familie das Fasten gebrochen, mit Essen und Gebeten. Das Ende des Fastenmonats feiern Muslim*innen mit einem großen, dreitägigen Zuckerfest.

Doch wegen der Corona-Pandemie muss vieles, was eigentlich zum Ramadan gehört, auch in diesem Jahr wieder ausfallen. Große Familientreffen oder Feiern mit Freund*innen können nicht stattfinden. Fastenbrechen bedeutet also dieses Jahr für viele Muslim*innen: Feiern ja – aber nur alleine oder im ganz kleinen Kreis. Und wenn man schon die Familie nicht um sich haben kann, ist das Essen natürlich umso wichtiger. Deshalb haben wir drei junge Muslim*innen gefragt, mit welchem Gericht sie am liebsten das Fasten brechen.

Abrar liebt Kunafa zum Fastenbrechen 

Kunafa, eine warme Süßspeise, kocht man traditionell in Syrien, es schmeckt aber Menschen auf der ganzen Welt. Abrar sagt: „Das Rezept habe ich von meiner Mutter und meiner Tante gelernt. Wir kochen es zum Glück nicht nur zum Fastenbrechen, dafür ist es einfach zu lecker. Sondern zum Beispiel auch zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten, oder wenn Freund*innen zu Besuch kommen.“ 

ramadan rezepten kunafa

Kunafa ist ein traditionell syrisches Gericht und schmeckt super mit einem Klecks Sahne.

Foto: privat

Zutaten für vier Personen:    

  • Ein Esslöffel Zitronensaft oder einige Tropfen Rosen- oder Orangenblütenwasser
  • Eine Tasse Zucker
  • 250 Gramm Mozzarella oder Ricotta 
  • Eine Tasse Rosinen
  • Eine Tasse gehackte Mandeln, Pistazien, Wal- oder Haselnüsse
  • 250 Gramm Butter
  • 500 Gramm Teigfäden (Auch als Engelshaar bekannt, gibt es in den meisten türkischen Supermärkten)

Zubereitung:

Zuerst wird der Zuckersirup hergestellt. Dafür in einem Topf unter ständigem Rühren eine Tasse Zucker mit einer Tasse Wasser zum Kochen bringen. Bei niedriger Temperatur so lange köcheln lassen, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. Als nächstes den Zitronensaft dazugeben und alles nochmals 15 bis 20 Minuten köcheln lassen. So entsteht ein Sirup. Der sollte dann angedickt und goldig sein. Achtung: Nicht zu dick und zu braun werden lassen! Anschließend den Topf mit dem Zuckersirup beiseite stellen und abkühlen lassen.

Nun die Teigfäden in einer großen Schüssel auseinander zupfen/ zerkleinern. Danach mit zerlassener Butter übergießen und mit den Händen vermischen, bis sich die Butter gleichmäßig verteilt hat. Den Backofen auf 180° vorheizen. 

Nun die Hälfte der Teigfädenmassen in einer flachen runden Backform von etwa 25 cm Durchmesser verteilen. Danach die Mandeln und Rosinen darüber streuen und fest andrücken. Den Käse in dünne Scheiben schneiden und darauf verteilen. Die restlichen Teigfäden auf dem Käse vestreuen und nochmal fest andrücken.

Das Ganze im Ofen etwa 30 Minuten backen, bis sich die Fäden goldbraun färben. Danach sofort aus dem Ofen nehmen, damit die Teigfäden nicht zu trocken werden. 

Zum Schluss alles gleichmäßig mit dem abgekühlten Zuckersirup beträufeln. Kunafa schmeckt sowohl kalt als auch warm. Tipp: Am besten noch einen Klecks Sahne dazugeben! 

Sohrab bricht gerne das Fasten mit seinem Lieblingsgericht Kabuly Palaw

Ursprünglich kommt das Rezept aus Afghanistan. Für Sohrab ist das Reisgericht Kabuly Palaw das leckerste afghanische Gericht überhaupt. Er sagt: „Meine Mutter hat mir das Rezept beigebracht. Sie hat das früher für uns alle gekocht, jetzt koche ich es selber. Am liebsten natürlich, wenn kein Corona ist, für mich und meine Freunde.“ Für Kabuly Palaw muss man allerdings Zeit einplanen. Sohrab steht dafür ungefähr zwei Stunden in der Küche.

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Für Sohrab ist Kabuly Palaw das leckerste afghanische Gericht überhaupt.

Foto: privat

Zutaten für drei Personen:

  • 500 Gramm Basmatireis
  • Ein Kilogramm Fleisch (Kuh oder Schaf) 
  • Zwei Zwiebeln
  • Etwas Pfeffer und Salz
  • 300 Gramm Karotten
  • 100 Gramm Rosinen
  • 80 Gramm Mandeln oder Pistazien (gehackt)
  • Eine Knoblauchzehe
  • Etwas Öl
  • Etwas Kreuzkümmel

Zubereitung:

Zuerst den Reis waschen und dann zwei Stunden im Wasser quellen lassen. 

Währenddessen die Zwiebeln und den Knoblauch in kleine Stücke schneiden und zusammen mit dem zerkleinerten Fleisch und etwas Öl in einen Topf geben. Wenn das Fleisch, der Knoblauch und die Zwiebeln braun angebraten sind, etwas Wasser dazugeben und alles ungefähr eine Stunde garen lassen. 

Den Reis hinzufügen und alles für eine halbe Stunde auf der zweiten Stufe auf dem Herd stehen lassen.

Zum Servieren, je nach Geschmack, noch ein paar Mandeln über dem Gericht verteilen.

Anschließend die Karotten in dünne lange Stücke schneiden und sie mit den Gewürzen, den Rosinen und dem Reis unter das Fleisch mischen.

Mina liebt das afghanische Gericht Bolani

Schon als kleines Kind hat sie ihrer Mutter beim Kochen von Bolani, gefülltem Fladenbrot, geholfen. Für sie ist es also ein richtiges Kindheitsessen. Der Versuch, es selber zu kochen, hat noch nicht so richtig geklappt, sagt Mina. Aber weil Bolani so lecker ist, lohnt es sich trotzdem, es zumindest zu versuchen.

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Bolani kommt ursprünglich aus Afghanistan, es lieben aber Menschen überall auf der Welt.

Foto: privat

Zutaten für fünf Personen:

Für den Teig:

  • 400 Gramm Mehl
  • Zwei Esslöffel Öl
  • Ein halber Teelöffel Salz
  • Eine Tasse Wasser

Für die Füllung:

  • Fünf Kartoffeln
  • Eine Zwiebel
  • Gewürze je nach Geschmack: Koriander, Salz, Pfeffer, Paprikagewürz, Curry

Zubereitung:

Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und gut kneten. Die Konsistenz sollte wie ein Pizzateig sein – nach Gefühl mehr Wasser oder Mehl hinzugeben. Den Teig anschließend 30 Minuten stehen lassen. Dann den Teig in handgroße Kugeln formen und nochmals 15 Minuten ruhen lassen. 

Parallel dazu die Kartoffeln schälen und kochen. Danach zu Püree zerdrücken und mit den Gewürzen, den zerkleinerten Zwiebeln und dem Öl mischen. Anschließend die Teigkugeln sehr dünn ausrollen und auf der Hälfte des Kreises die Kartoffelpüreemasse verteilen. Dann die freie Seite umklappen, so dass ein Halbkreis entsteht. Den Rand mit einer Gabel zudrücken, damit sich das „Päckchen“ schließt. Zum Schluss Öl in der Pfanne erhitzen und die Teigtaschen von beiden Seiten goldbraun anbraten. Bolani kann man sowohl kalt als auch warm essen. 

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