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Die Kapitänin der deutschen Frauenfußballnationalmannschaft: Alexandra Popp

Foto: dpa/Robert Michael

Die DFB-Prämien für einen Titelgewinn bei der Frauenfußball-EM wären 2017 so hoch gewesen wie nie zuvor: 37 500 Euro hätte jede Spielerin aus dem Team von Steffi Jones bekommen. Am Ende schieden die Frauen allerdings bereits im Viertelfinale gegen Dänemark aus, das Geld hat also keine von ihnen gesehen.

Nun sind 37 500 Euro natürlich mehr als das berühmte Kaffeeservice, das die deutschen Frauen beim EM-Sieg 1989 noch bekommen hatten. Aber zum Vergleich: Die Spieler der Männermannschaft hätten bei einem Sieg 2016 300 000 Euro bekommen – pro Spieler. Die Mannschaft schied dann im Halbfinale aus. Dafür gab es immerhin noch 100 000 Euro pro Person.

Massive Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen sind im Fußball also genauso Alltag wie in allen anderen Jobs auch. Umso erstaunlicher ist eine Pressemitteilung, die Adidas am Freitag verbreitete:

Darin schreibt Adidas-Markenchef Eric Liedtke, dass das Unternehmen bei der Frauenfußball-WM 2019 in Frankreich den von Adidas gesponserten Spielerinnen im Fall eines Titelgewinns genau die gleichen Prämien zahlen werde wie ihren männlichen Kollegen. So wolle Adidas zukünftige Generationen an Spitzensportlerinnen motivieren. Der Weltverband FIFA hatte bereits vergangenes Jahr angekündigt, die Prämien bei der Frauenfußball-WM 2019 verdoppeln zu wollen - auf insgesamt 30 Millionen Dollar. Das ist immer noch weniger als der Männer-Weltmeister Frankreich 2018 alleine erhalten hat. 

Tatsächlich fallen die Reaktionen auf die Ankündigung im Netz sehr verschieden aus: Während die einen den Schritt mit „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ begrüßen, führen andere wieder die kontroverse „Kann man Frauen- und Männersport überhaupt vergleichen?“-Debatte. Frauenmannschaften würden gegen Männermannschaften stets verlieren, heißt es da, würden dementsprechend also nicht die gleiche Leistung erbringen. Außerdem habe Sport von Frauen weiterhin weniger Zuschauer, würde ergo also auch weniger Werbeeinnahmen akquirieren.

Tatsächlich kommt die Adidas-Ankündigung zu einem PR-technisch extrem günstigen Zeitpunkt für das Sportunternehmen: Einen Tag zuvor war bekannt geworden, dass die US-Nationalspielerinnen ihren eigenen Fußballverband verklagen. Grund dafür sei unter anderem, dass ihre männlichen Kollegen weitaus besser bezahlt würden. „Wir fühlen uns verpflichtet, für das einzustehen, was wir als Sportlerinnen verdienen. Gleichberechtigung ist unser Recht. Wir kämpfen für unsere Teamkolleginnen, für andere Sportlerinnen und alle Frauen auf der Welt“, sagte die US-Spielerin Megan Rapinoe der New York Times. Die US-Frauennationalmannschaft wird bisher von Konkurrent Nike ausgestattet. 

chha