Amanda Gorman ehrt Held*innen der Corona-Krise

Screenshot: Twitter @NFL

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Wenige Wochen nach ihrem Auftritt bei Joe Bidens Amtseinführung hat die Lyrikerin Amanda Gorman erneut eine große Bühne bekommen und eindrucksvoll genutzt: Als erste Poetin überhaupt durfte sie beim Super Bowl, dem Finale der US-amerikanischen National Football League (NFL), ein Gedicht vortragen. In einem anderthalbminütigen Video, das Teil des Super-Bowl-Programms war, trug die 22-Jährige ihr Gedicht „Chorus of the Captains“ vor – umgeben von Schweinwerfern und mit einem Band aus Perlen in den Haaren. „Today, we honor our three captains for their actions and impact in a time of uncertainty and need.“ So beginnt Gormans Gedicht. Sie widmet es den drei Alltagsheld*innen, die die NFL zu den diesjährigen „Ehrenspielführer*innen“ ernannt hat.

Es sind drei Menschen, die sich in der Corona-Pandemie besonders engagiert haben und denen die große Bühne sonst verwehrt bleibt: der Veteran James Martin, der in seinem Bezirk andere Veteranen und hilfsbedürftige Heranwachsende unterstützt, der Lehrer Trimaine Davis, der sich für ein bessere Home-Schooling-Angebot für seine Schüler*innen einsetzt, und die Krankenpflegerin Suzie Dorner, die auf der Intensivstation Covid-19-Patient*innen pflegt und ihre beiden Großmütter in der Pandemie verloren hat. „For while we honor them today, / It is they who every day honor us“, so Gorman in ihrem Gedicht. Ein Appell, ihre Verdienste auch in Zukunft wertzuschätzen.

Matthew Shapiro, der bei der NFL für Veranstaltungsstrategie zuständig ist, lobte Gormans Gedicht in einem Statement. Niemand sei besser dafür geeignet, diese Menschen angemessen mit Worten zu ehren, als Amanda Gorman. Die NFL hatte Gorman bereits im November, also noch vor ihrem Auftritt bei Bidens Amtseinführung, angefragt.

Während in den sozialen Medien auch viele wie Shapiro von Gormans Gedicht und ihrer Art vorzutragen schwärmen, weisen andere darauf hin, dass eine Veranstaltung wie der Super Bowl Menschen, die wie Suzie Dorner im Gesundheitswesen arbeiten, im schlimmsten Fall noch mehr belasten. Das Stadion war mit 25 000 Zuschauer*innen zwar nicht voll besetzt, US-Medienberichten zufolge haben sich einige von ihnen allerdings nur unzureichend an die Corona-Regeln gehalten.

vim

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