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Weil sich die Sohle seines Schuhs abgelöst hatte, stürzte Zior Williamson.

Foto: USA TODAY Sports/Rob Kinnan

Verletzt sich ein wichtiger Profi-Sportler, tut das meistens nicht nur ihm, sondern auch anderen weh: Team, Trainer und Fans freuen sich schließlich über möglichst leistungsstarke Spieler. Im Fall des 18-jährigen Zion Williamson, dem Basketball-Star der US-Colleges, dürfte der Hauptleidtragende aber jemand ganz anderes sein: das Unternehmen Nike.

Der Unfall, bei dem sich der talentierte Duke-Basketballer am Knie verletzte, passierte schließlich nur deshalb, weil die Qualität seiner Nike-Schuhe offenbar ziemlich katastrophal war. Bei einem der wichtigsten Spiele der Saison platzte nämlich ein Schuh regelrecht auf, plötzlich und ohne ersichtliche Ursache hatte der Schuh einfach keine Sohle mehr. Williamson stürzte deshalb und verletzte sich am Knie.

Kleiner Funfact: Das Spiel wurde live im nationalen Fernsehen übertragen, in den Zuschauerrängen saßen jede Menge berühmte Persönlichkeiten. Unter anderem Ex-Präsident Barack Obama, der rief: „Sein Schuh ist geplatzt!“

„Autsch!“, sagen also nicht nur wir beim Zuschauen, sondern rief wahrscheinlich jeder Nike-Mitarbeiter, dem etwas am Unternehmen liegt. Denn angesichts dieser Szene brach der Aktienkurs des Unternehmens ziemlich plötzlich um etwa 2,2 Prozentpunkte ein, insgesamt verlor Nike so über Nacht deutlich an Wert, genauer: rund eineinhalb Milliarden US-Dollar.

Natürlich lassen da auch die sozialen Netzwerke nicht lange auf sich warten. Nutzer staunen dort über die immense verlorene Summe und amüsieren sich über den Fauxpas.

Andere sind da zynischer. Sie verweisen darauf, wie es ihrer Meinung nach zu einem solchen Unfall kommen konnte: Nämlich indem Nike bei der Produktion seiner Schuhe spart, mit teils arg fragwürdigen Methoden. Viele kommentieren daher spitze Sätze wie: „Ein achtjähriger Junge aus China bekommt jetzt mächtig Ärger.“ Satiremedien verbreiten außerdem erdachte Meldungen wie „Nike feuert verantwortlichen Angestellten“ – bebildert mit einem kleinen Jungen, der (vermutlich in Asien) in einer Textilfabrik arbeitet.

Tatsächlich sind die Produktionsbedingungen bei der Marke Nike alles andere als vorbildlich oder fair. Zwar gelobt das Unternehmen seit Jahrzehnten Besserung und macht tatsächlich Fortschritte, vor allem in Sachen Nachhaltigkeit. Von fairen Bedingungen in den Textilfabriken ist das Unternehmen allerdings laut Fairness-Check weit entfernt.

Dass der Unfall des kommenden Weltstars Williamson nun aber noch länger negative Folgen für Nike haben wird, halten die meisten Menschen für unwahrscheinlich. Der Kurs sei zwar tatsächlich kurzzeitig eingebrochen, inzwischen hat er sich allerdings schon weitgehend erholt. Nike wünschte dem Sportler gute Besserung und entschuldigte sich für den Unfall, der allerdings nur ein Einzelfall sei.

lath