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Fotos: dpa; Collage: jetzt

Am späten Sonntagvormittag wurde in ganz Mexiko gejubelt. Hirving Lozano hatte gerade das 1:0 gegen Deutschland geschossen, in Moskau, am anderen Ende der Welt. Der Jubel dürfte groß gewesen sein. Sehr groß. Denn in Mexiko-Stadt zeigten die Seismografen ein leichtes Erdbeben an. Das sagt zumindest das Institute of Geologic and Atmospheric Investigations in Mexiko. Das leichte Erdbeben soll künstlich herbeigeführt worden sein, „möglicherweise durch massenhaftes Springen“, so das Institut.

Wundern würde es einen ja nicht, schließlich hat Mexiko die deutsche Mannschaft seit Jahrzehnten bei keinem WM-Spiel mehr besiegt. Noch Stunden nach dem Spiel waren die Jubelchöre und Autohupen in Mexiko-Stadt zu hören.

Ob die Fans aber tatsächlich ein Erdbeben ausgelöst haben, darüber sind sich nicht alle Experten einig. Arturo Iglesias, Forscher am Institut für Geophysik der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko, sagte gegenüber der spanischen Zeitung El País, dass ein Erdbeben nicht durch „die verstreute Aktivität von Fans“ ausgelöst werden könne.

Das Institut, das die Meldung verbreitet hatte, entgegnete, dass das Beben natürlich für die Menschen nicht wahrnehmbar war, dass es künstlich herbeigeführt und damit kein „geologisches Ereignis“ sei.

Erdbeben hin oder her, an der Begeisterung der Fans zweifelt keiner. Der Sieg gegen die deutsche Mannschaft erreicht Mexiko in politisch turbulenten Zeiten. Am 1. Juli finden dort die Wahlen statt, das Land befindet sich in einem Wahlkampf, der sich mehr und mehr erhärtet. Sehr verständlich also, dass die Menschen sich freuen, wenn zwischendurch der Underdog den Titelverteidiger besiegt.

jwh

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