Eine Niederlage für die iranische Nationalmannschaft, aber ein Sieg für die iranischen Frauen.

Eine Niederlage für die iranische Nationalmannschaft, aber ein Sieg für die iranischen Frauen.

Foto: Screenshot Twitter

Dass die iranische Nationalmannschaft am Mittwoch gegen Spanien verloren hat, wurde in Teheran zur Nebensache: Zum ersten Mal seit 37 Jahren durften Frauen und Männer gemeinsam ins Azadi-Stadion, wo während der WM das Public Viewing stattfindet. Bisher war das verboten, weil die religiösen Führer des Iran die männliche Atmosphäre im Fußballstadion als nicht angemessen für Frauen betrachten. Und ein paar Stunden vor dem Spiel sah es sogar noch so aus, als ob das vorerst so bleiben würde – obwohl 20.000 Karten verkauft worden waren, auch an Familien, inklusive Frauen.

Schon letzten Freitag beim Spiel gegen Marokko wollte der Betreiber das Azadi-Stadion auch für Familien öffnen. Kurzfristig wurde das aber von der Regierung verboten. Auch gestern wurde plötzlich verkündet, die geplante Veranstaltung werde abgesagt. 

Eine Viertelstunde vor dem Anpfiff öffneten die Polizisten dann aber doch die Tore – für Männer und für Frauen, nachdem viele von ihnen vor dem Stadion Sitzblockaden gebildet und ihren Unmut geäußert hatten. Die Tagesschau meldet, dass Präsident Hassan Rohani selbst veranlasst habe, das Stadion zu öffnen.

Sofort verbreiteten sich Bilder von Frauen in rot, grün und weiß in den sozialen Netzwerken. Als einer der ersten Accounts twitterte der der iranischen Nationalmannschaft.

Die ARD-Korrespondentin Natalie Amiri twitterte ein Video aus aus dem Stadion:

Auch Sergio Ramos, der Kapitän der spanischen Nationalmannschaft, äußerte sich via Twitter.

Trotz der Niederlage feierten die Iraner nach dem Spiel noch lange in den Straßen von Teheran. Frauen und Männer, alle gemeinsam. Bisher heißt es, dass beim nächsten Spiel des Iran gegen Portugal am kommenden Montag Frauen wieder zum Public Viewing kommen dürfen.

nkap

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