Freiburger Student bekommt für eine Hausarbeit zwei unterschiedliche Noten

Er beweist damit: Qualität ist nicht das einzige, was für die Bewertung zählt.
Foto: marqs/photocase.de

Eigentlich wollte ein Jura-Student der Universität Freiburg nur sicher gehen, dass seine Hausarbeit noch rechtzeitig zur Abgabe ankommt: Er reichte noch einmal persönlich ein, was er vorher schon per Post auf den Weg gebracht hatte – sogar mit einem entsprechenden Vermerk. Die Hausarbeit wurde am Ende trotzdem doppelt korrigiert und bewertet. Das Spannende daran: Beim ersten Mal schlitterte er mit 5 Punkten gerade noch so am Durchfallen vorbei, beim zweiten bekam er 9 Punkte, was im Jura-Studium in einer "vollbefriedigenden" Bewertung entspricht. 

Damit scheint der Student nun einen Beweis dafür zu liefern, dass Notenvergabe subjektiv und oft unfair ist. Im Netz löst er so eine Welle des Unverständnisses aus: einerseits für das System der Notenvergabe und den Fehler der Uni – aber auch für diejenigen, die sich von dem Vorfall noch schocken lassen. Unter einem Artikel von Spiegel Online zum Beispiel berichten viele Menschen in ihren Kommentaren von ähnlichen Ungerechtigkeiten. 

Mehrere Studenten schreiben von Gruppenarbeiten, die trotz gemeinsamer Recherche, Präsentation und demselben Prüfer bei den einzelnen Mitgliedern unterschiedlich benotet wurden. Ein User fragt sich währenddessen öffentlich, was denn am Fall des Freiburger Studenten so unüblich wäre. Er selbst habe einmal eine Arbeit abgegeben, die als so schlecht eingestuft wurde, dass er sie nochmal schreiben sollte – was er nicht tat. Stattdessen gab er sie noch einmal unverändert ab und stieß damit auf Wohlwollen: Derselbe Professor habe die Arbeit bei diesem Versuch mit "gut" bewertet.

Auch für den Freiburger Studenten war die zweite Abgabe ein Glücksfall. Nachdem der Fehler aufgefallen war, legte der zuständige Professor acht Punkte als Endnote fest – anstatt der anfänglichen fünf.

lath

Mehr zu Gerechtigkeit bei der Bildung:

  • teilen
  • schließen