Wie kann ich mein Studium finanzieren?

Über diese fünf Wege kommst du als Studierende*r an Geld.
Von Katharina Steinhäuser

Collage: Daniela Rudolf-Lübke / Fotos: freepik / Sandy Miller, Unsplash

In eine andere Stadt ziehen, neue Leute kennenlernen und WG-Partys feiern – das Studierendenleben könnte so schön sein. Wäre da nicht die lästige Frage, wie man all das eigentlich finanzieren soll. Diese fünf Möglichkeiten sind für viele Studierende die Lösung: 

Die eigenen Eltern

Laut Sabine Stöhr vom Studentenwerk München gibt es fünf verschiedene Wege, um an Geld zu kommen. Auf Platz eins: Die Eltern als Geldquelle. Sind die Eltern finanziell stabil aufgestellt und zahlen bereitwillig, dann ist das die einfachste Möglichkeit. „Ich erlebe aber immer wieder, dass Studierende zögern, Geld von ihren Eltern anzunehmen“, sagt die Beraterin. Dabei seien Eltern sogar gesetzlich dazu verpflichtet, während der ersten Ausbildung Unterhalt zu zahlen. Laut der Düsseldorfer Tabelle stehen Studierenden, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, 860 Euro monatlich zu. Das gilt allerdings nur, wenn die Eltern dadurch nicht finanziell überlastet werden. Der einzige Nachteil: Man zieht zwar von zu Hause aus, ist aber noch von den Eltern abhängig. Hier muss jede*r selbst entscheiden, inwieweit das zur persönlichen Situation passt.

Nebenjob

Kommt diese Option nicht in Frage oder reicht die Unterstützung durch die Eltern nicht aus, entscheiden sich Studierende am ehesten für einen Job neben der Uni. Nach Angaben des Deutschen Studentenwerks arbeiten fast zwei Drittel der Studierenden nebenbei. Je nach Verdienst kann dadurch das Studium selbstständig finanziert werden. Außerdem können, je nach Tätigkeit, hilfreiche Erfahrungen für den späteren Beruf gesammelt werden. „Dabei sollten Studierende darauf achten, dass sie sich nicht zu viel zumuten“, warnt Sabine Stöhr. Klingt logisch. Wer ständig bis spät nachts hinter der Bar steht, wird kaum am nächsten Tag in der 8-Uhr-Vorlesung fit sein. Das Studium sollte auf Dauer nicht unter der Arbeit leiden.

BAföG

Eine weitere Form der Studienfinanzierung ist das BAföG. Die Abkürzung steht für „Bundesausbildungsförderungsgesetz“. Gehört hat davon wahrscheinlich jede*r schon einmal. Doch was ist das eigentlich genau? „Die eine Hälfte der Förderung besteht aus einem zinslosen Darlehen, die andere aus einem Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss“, erklärt Sabine Stöhr. Laut dem Deutschen Studentenwerk nutzt knapp ein Fünftel der Studierenden in Deutschland diese Möglichkeit. Im Wintersemester 2019/20 lag der BAföG Höchstsatz bei 853 Euro im Monat. Ob und in welcher Höhe eine Förderung bezogen werden kann, hängt vom Einkommen der Eltern, und gegebenenfalls eigenen Einnahmen und Vermögen ab. Studierende dürfen zusätzlich zum BAföG einen 450-Euro-Job ausüben. Die genaue Berechnung der Freibeträge erfolgt von Fall zu Fall individuell. „Es gibt immer noch sehr viele, die keinen Antrag stellen, weil sie meinen, es stehe ihnen nicht zu und sie würden nichts bekommen“, erzählt Sabine Stöhr. Ihrer Meinung nach könnten noch mehr Studierende von dieser Art der Finanzierung profitieren. Im Zweifelsfall also einfach mal bei der Beratung des zuständigen Studentenwerks nachfragen.

Stipendium

Auch Stipendien sind eine Möglichkeit, um während des Studiums an Geld zu kommen. „Es herrscht nach wie vor der Irrglaube, ein Stipendium sei nur für Hochbegabte“, sagt Sabine Stöhr. Es gibt etwa 1500 Stiftungen. Natürlich fordern einige davon besondere akademische Leistungen. Andere achten aber auch auf Aspekte wie gesellschaftliches Engagement. Der Betrag, den man erhält, kann variieren. „Mit einer Bewerbung um ein Stipendium ist relativ viel zeitlicher Aufwand und Mühe verbunden“, gibt die Beraterin zu bedenken. Allein die Suche nach der passenden Stiftung kann dauern. Aus ihrer Sicht lohnt es sich trotzdem. Ein Stipendium bringt meist nicht nur Geld, sondern auch andere Vorteile, wie Weiterbildungsangebote oder ein Kontaktnetzwerk.

Studienkredit

Als fünfte Finanzierungsoption, die Stöhr aufzählt, bleibt noch der Studienkredit. Die Aufnahme eines Kredits sollte laut Sabine Stöhr nur in Frage kommen, wenn alle anderen Möglichkeiten scheitern. „Manchmal führt am Kredit kein Weg vorbei, wenn beispielsweise in stressigen Phasen keine Zeit für Nebenjobs bleibt“, erklärt die Expertin. Studierende sollten hier vorsichtig sein und die Bedingungen genau lesen, warnt Sabine Stöhr. Sie empfiehlt außerdem, die Rückzahlung und die Zinsen immer im Blick zu behalten. Zusätzlich zu den fünf Finanzierungsmöglichkeiten hat die Beraterin des Studentenwerks einen weiteren Tipp.

Geld sparen

Da das Budget im Studium meist knapp ist, sollte man sich nicht nur über die Einnahmen, sondern auch über die Ausgaben Gedanken machen, rät Sabine Stöhr. So lassen sich unnötige Kosten und Sparmöglichkeiten identifizieren: Nutze ich den teuren Fitnessstudiovertrag überhaupt? Brauche ich wirklich drei Streaming-Abos? Einsparungen sind auch über diverse Vergünstigungen möglich. Studierende können beispielsweise günstig in der Mensa essen oder Angebote des Hochschulsportes besuchen. Auch Restaurants und kulturelle Einrichtungen bieten oft spezielle Rabatte an. „Sie sollten immer nachfragen, ob es mit dem Studierendenausweis Vergünstigungen gibt“, empfiehlt die Beraterin.

Das Thema Studienfinanzierung ist nur bedingt verallgemeinerbar, da die individuelle Situation eine große Rolle spielt. Ausführliche Informationen gibt es zum Beispiel auf der Webseite des jeweiligen Studentenwerks. Falls dann noch Fragen offen sind, kann die kostenlose Beratung des Studentenwerks vor Ort weiterhelfen.

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