So anstrengend ist der Alltag von Eltern in der Coronakrise

In den sozialen Medien teilen verzweifelte Mütter und Väter Szenen aus ihrem Leben daheim mit Kindern.

Fotos: reddit / redditnihilist / kmascasa

Die Geschehnisse der vergangenen Wochen haben uns viel gelehrt – über die Relevanz von Klopapier und Mehl zum Beispiel. Oder darüber, wie aufgeschmissen die Gesellschaft wirklich ohne Pflegekräfte oder Supermarkt-Verkäufer*innen wäre. Und wir haben gelernt: Wenn es schon unter normalen Umständen kein Zuckerschlecken ist, Kinder großzuziehen, ist es während einer Pandemie doppelt aufreibend.

Denn Eltern müssen jetzt aus dem Stand rund um die Uhr erziehen, füttern, unterhalten, unterrichten. Wie hart der Familienalltag in Isolation wirklich sein kann, zeigen zahllose Posts von Müttern und Vätern in den sozialen Medien. Darin finden sich: Galgenhumor, Kapitulationen und Hilferufe – manchmal  sogar alles zusammen, so wie bei dieser Mutter, die ihrer Tochter einen Hotdog anbot – den diese nicht essen wollte, aus Angst, es könne sich um einen echten Hund handeln. 

Besonders beruftstätige Mütter und Väter sind stark belastet durch die Corona-Einschränkungen in vielen Ländern. Wer nicht daheim arbeiten kann, hat ohne Kindergarten und Schule meist Schwierigkeiten, eine Betreuung für die Kinder zu finden. Wer zu Hause arbeiten kann, hat es aber auch nicht leicht: Sich dort zum Arbeiten aufzuraffen, irgendwie Konzentration zusammenzukratzen und dabei auch noch freundlich zu bleiben, ist schon an jedem normalen Wochentag schwer. Wenn man ein Kleinkind auf den Fersen (oder auf dem Kopf sitzen) hat, ist es eine preisverdächtige Leistung:

Dabei ist es natürlich nicht nur für Eltern heikel, dass die Kinder das Haus oder die Wohnung für eine längere Zeit nicht mehr so einfach verlassen dürfen. Auch andere Familienmitglieder können darunter leiden:

Am meisten „Freude“ zeigen Väter und Mütter jedoch darüber, dass sie zusätzlich zu dem ganz normalen Pandemie-Wahnsinn auch noch die Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder übernehmen dürfen. Was soll bei diesem „Home-Schooling“ schon schiefgehen? Eben.

Das Schlimmste daran ist vermutlich, dass die Kleinen die Schwachstellen ihrer Eltern riechen können. Und: Die Lage muss schon wirklich ernst sein, wenn man von einem Achtjährigen bemitleidet wird: „Es läuft nicht gut. Meine Mama ist gestresst. Meine Mama wird immer verwirrter. Wir mussten eine Pause machen, damit meine Mama klarkommt.“ 

Kein Wunder, dass sich die Menschen Beschäftigungen für die Sprösslinge ausdenken. Immerhin ist das der einzige Weg, mal fünf Minuten Ruhe zu bekommen.

Aber auch, wenn alles schief läuft, haben Eltern wenigstens noch die Gewissheit: Der Nachwuchs mag zu Hause gerade vielleicht die Oberhand haben, aber das bedeutet noch lange nicht, dass die Kinder einem tatsächlich überlegen sind. Zumindest noch nicht.

Kein Wunder also, dass einige kinderlose Menschen sich gerade heimlich freuen, diese unglaubliche Belastung selbst nicht aushalten zu müssen.

mpu

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